Ribociclib
Ribociclib ist ein selektiver Inhibitor der Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK) 4 und 6 aus der Gruppe der Proteinkinase-Inhibitoren (ATC-Code: L01EF02). Im zentralen EU-Verfahren wird es in Kombination mit einem Aromatasehemmer als adjuvante Behandlung des frühen Mammakarzinoms mit hohem Rezidivrisiko sowie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant angewendet.
Ribociclib ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/17/1221/001-014; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Novartis Europharm Limited, Vista Building, Elm Park, Merrion Road, Dublin 4, Irland); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: der einzige SmPC-Block des Anhangs, Kisqali 200 mg Filmtabletten; die beiden Zwischenüberschriften der Quelle sind eigene items). Die Druckform trennt in der LHRH-Zeile das Wort „Agonisten“ durch einen Zeilenumbruch hinter dem Bindestrich; die item-Zeile gibt die Druckform wieder. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für KISQALI (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden die IC50-Zahlen des ersten Wirkmechanismus-Satzes, die Fulvestrant-Xenograft-Sätze (ZR751, ER-positive versus ER-negative Zelllinien), der Unterblock „Kardiale Elektrophysiologie“ (konzentrationsabhängige QTc-Verlängerung) sowie die klinischen Studiendaten von Abschnitt 5.1. Auf US-Seite wurden die Letrozol-Anteile von 12.1 nicht übernommen, weil sie einem anderen Wirkstoff gelten. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
Damit sich eine Zelle teilt, muss sie einen Kontrollpunkt am Übergang von der Ruhe- in die Teilungsphase (G1 zu S) passieren. Der Taktgeber dafür ist der Cyclin-D-CDK4/6-Komplex: Er gibt den Weg frei, indem er das Retinoblastom-Protein (pRb) phosphoryliert. Ribociclib blockiert gezielt CDK4 und CDK6, sodass dieser Kontrollpunkt geschlossen bleibt – die Brustkrebszelle stoppt in der G1-Phase, teilt sich seltener und altert. Voraussetzung dafür ist ein funktionsfähiges pRb.
Einfach erklärt
Ribociclib ist ein selektiver Inhibitor der Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK) 4 und 6. Diese Kinasen werden durch Bindung an D-Cycline aktiviert und spielen eine wichtige Rolle in den Signalwegen, die zur Zellzyklusprogression und Zellproliferation führen. Der Cyclin-D-CDK4/6-Komplex reguliert die Zellzyklusprogression durch Phosphorylierung des Retinoblastom-Proteins (pRb).
Im Detail
Ribociclib verringerte in vitro die Phosphorylierung von pRb, was in einem Stillstand in der G1-Phase des Zellzyklus, einer verringerten Proliferation und einem seneszenten Phänotyp in Brustkrebsmodellen resultierte. Die Behandlung mit Ribociclib als Monotherapie führte in vivo zu Tumorregressionen, die mit der Hemmung der Phosphorylierung von pRb korreliert. Bei In-vivo-Studien mit Östrogenrezeptor-positiven Brustkrebs-Xenograft-Modellen, die von Patientinnen gewonnen wurden, führten Kombinationen aus Ribociclib und Antiöstrogenen (wie Letrozol) im Vergleich zu den jeweiligen Einzelsubstanzen zu einer überlegenen Hemmung des Tumorwachstums mit einer anhaltenden Tumorregression und einer Verzögerung des weiteren Wachstums, nachdem die Gabe beendet wurde. Bei Verabreichung an Patientinnen und Patienten kann Ribociclib auch immunmodulatorisch wirken, indem es regulatorische T-Zellen und die relative Anzahl von CD3+-T-Zellen verringert. In den bisher untersuchten präklinischen Modellen war ein intaktes pRb für die Aktivität von Ribociclib erforderlich.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Wie der Inhibitor die Kinase im Zellzyklus hemmt
- Der Zellzyklus wird über CDK4 geschaltet.
- Der Inhibitor hemmt CDK4.
- Die Hemmung ist selektiv.
- In Brustkrebs-Modellen ist die Zellprogression gehemmt.
Zielstruktur: Cyclin-abhängige Kinasen 4 und 6 (CDK4/CDK6)
Diese Kinasen werden durch Bindung an D-Cycline aktiviert und spielen eine wichtige Rolle in den Signalwegen, die zur Zellzyklusprogression und Zellproliferation führen.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Frühes Mammakarzinom
- Kisqali wird in Kombination mit einem Aromatasehemmer als adjuvante Behandlung bei Patientinnen und Patienten mit einem Hormonrezeptor(HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2(HER2)-negativen frühen Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko angewendet (siehe Abschnitt 5.1 für die Kriterien zur Therapieeignung).
- Bei prä- oder perimenopausalen Frauen und bei Männern sollte der Aromatasehemmer mit einem Luteinisierendes-Hormon-Release Hormon (LHRH = Luteinising Hormone-Releasing Hormone)- Agonisten kombiniert werden.
- Fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom
- Kisqali wird zur Behandlung von Frauen mit einem HR-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant als initiale endokrinbasierte Therapie oder bei Frauen mit vorangegangener endokriner Therapie angewendet.
- Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten kombiniert werden.
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- Kisqali – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Anhang I, deutsche Fassung)
Novartis Europharm Limited
- KISQALI (ribociclib) – US-FDA-Arzneimittelinformation (openFDA-Label), 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
- S3-Leitlinie Mammakarzinom - AWMF 032-045, 2026
AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
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