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Ofatumumab

Immunsuppressiva, monoklonale Antikörper, ATC-Code: L04AG12

Ofatumumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper der Immunglobulinklasse G1 gegen CD20, der zur Lyse CD20-positiver B-Zellen führt. Im zentralen EU-Verfahren wird es subkutan zur Behandlung erwachsener Patienten mit schubförmig verlaufender multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung angewendet.

Ofatumumab ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/21/1532/001-004; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Novartis Europharm Limited, Vista Building, Elm Park, Merrion Road, Dublin 4, Irland); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: gemeinsamer SmPC-Block für Kesimpta 20 mg Fertigspritze und Fertigpen; die zitierte Anhang-Fassung enthält nur diesen einen SmPC-Block). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für KESIMPTA (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Einige Aussagen des Abschnitts 5.1 (graduelle Interaktion bei subkutaner Gabe; Lyse auch bei niedriger CD20-Expression; Zerstörung CD20-exprimierender T-Zellen) sind nur im deutschen Dokument belegt; der US-Label schweigt dazu, ohne Richtungswiderspruch – sie sind einzelbelegt mit dieser Anmerkung übernommen. Nicht übernommen wurden der Unterblock „Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“ (Studienprogramm ASCLEPIOS), der Unterblock „Immunogenität“ (ADA-Inzidenz, kein Wirkmechanismus) und US-Formulierungen ohne deutsches Gegenstück (u. a. die „unknown, but presumed“-Rahmung des Mechanismus in 12.1 und die Erklärung zum CD19-Assay in 12.2). Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

CD20 sitzt wie ein Oberflächen-Markenzeichen auf fast allen B-Lymphozyten – vom Prä-B- bis zum reifen Stadium. Ofatumumab setzt genau dort an und löst die markierten Zellen vorwiegend über den Komplementweg (CDC) und in geringerem Umfang über antikörpervermittelte Killerzellen (ADCC) auf. Weil der Antikörper unter die Haut gespritzt wird und allmählich aus dem Gewebe freigesetzt wird, erfolgt die Interaktion mit den B-Zellen graduell.

Einfach erklärt

Ofatumumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper der Immunglobulinklasse G1 (IgG1) gegen CD20. Das CD20-Molekül ist ein transmembranes Phosphoprotein, das von B-Lymphozyten vom Prä-B- bis zum reifen B-Lymphozytenstadium exprimiert wird. Das CD20-Molekül wird auch von einer kleinen Gruppe aktivierter T-Zellen exprimiert. Die Bindung von Ofatumumab an CD20 führt hauptsächlich mittels komplementabhängiger Zytolyse (Complement-dependent Cytotoxicity, CDC), in geringerem Umfang aber auch über die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (Antibody-dependent Cell-mediated Cytotoxicity, ADCC) zur Lyse CD20-positiver B-Zellen.

Im Detail

Eine subkutane Verabreichung von Ofatumumab und das sich anschließende Freisetzungs- und Resorptionsverhalten aus dem Gewebe ermöglicht eine graduelle Interaktion mit B-Zellen. Weiterhin wurde für Ofatumumab gezeigt, dass es eine Lyse sowohl von Zellen mit hoher als auch niedriger CD20-Expression induziert. CD20 exprimierende T-Zellen werden ebenfalls von Ofatumumab zerstört. In den klinischen Studien zur RMS führte die Gabe von Ofatumumab 20 mg alle 4 Wochen nach einer Initialbehandlung mit 20 mg an den Tagen 1, 7 und 14 zu einer raschen und anhaltenden Abnahme der B-Zellen auf weniger als LLN (definiert mit 40 Zellen/µl) bereits zwei Wochen nach Behandlungsbeginn. Vor Einleitung der Erhaltungsphase ab Woche 4 wurden bei 94 % der Patienten Gesamt-B-Zellspiegel < 10 Zellen/µl erreicht. Dieser Wert stieg bis Woche 12 auf 98 % der Patienten an und wurde über bis zu 120 Wochen aufrechterhalten (d. h. während der Studienbehandlung). Daten aus klinischen Phase-III-Studien zur RMS deuten auf eine mediane Zeit von 24,6 Wochen bis zur Normalisierung der B-Zell-Spiegel auf den LLN oder Ausgangswert nach Absetzen der Behandlung hin. Ein pharmakokinetisches B-Zell-Modell und eine Simulation der B-Zell-Repletion unterstützen diese Daten und sagen eine mediane Dauer von 23 Wochen bis zur Repletion der B-Zell-Spiegel auf den LLN nach Absetzen der Behandlung voraus.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Ofatumumab setzt auf dem Markenzeichen CD20 an

CD20OfatumumabGesamt-B-Zellspiegel
  1. Das CD20-Molekül ist ein transmembranes Phosphoprotein, das von B-Lymphozyten vom Prä-B- bis zum reifen B-Lymphozytenstadium exprimiert wird.
  2. Ofatumumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper der Immunglobulinklasse G1 (IgG1) gegen CD20.
  3. Die Bindung von Ofatumumab an CD20 führt hauptsächlich mittels komplementabhängiger Zytolyse (Complement-dependent Cytotoxicity, CDC), in geringerem Umfang aber auch über die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (Antibody-dependent Cell-mediated Cytotoxicity, ADCC) zur Lyse CD20-positiver B-Zellen.
  4. Weiterhin wurde für Ofatumumab gezeigt, dass es eine Lyse sowohl von Zellen mit hoher als auch niedriger CD20-Expression induziert.
Wie Ofatumumab wirkt

Zielstruktur: CD20

Ofatumumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper der Immunglobulinklasse G1 (IgG1) gegen CD20. Das CD20-Molekül ist ein transmembranes Phosphoprotein, das von B-Lymphozyten vom Prä-B- bis zum reifen B-Lymphozytenstadium exprimiert wird.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Kesimpta wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig verlaufender multipler Sklerose (Relapsing Multiple Sclerosis, RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung (siehe Abschnitt 5.1).

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

  1. S2e-Leitlinie Multiple Sklerose - AWMF 030-050, 2022

    AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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