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Iptacopan

Immunsuppressiva, Komplementinhibitoren, ATC-Code: L04AJ08

Iptacopan ist ein proximaler Komplementinhibitor, der auf den Faktor B (FB) abzielt und selektiv den alternativen Weg des Komplementsystems hemmt (ATC-Code: L04AJ08). Im zentralen EU-Verfahren wird Fabhalta als Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH) mit hämolytischer Anämie sowie bei Komplement-3-Glomerulopathie (C3G) in Kombination mit einem RAS-Inhibitor beziehungsweise bei RAS-Inhibitor-Unverträglichkeit angewendet.

Iptacopan ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/24/1802/001-003; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Novartis Europharm Limited, Vista Building, Elm Park, Merrion Road, Dublin 4, Irland; §9 führt Erteilung und Verlängerung in einer Zeile mit dem Datum 17. Mai 2024); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Das Anhang-I-Dokument enthält einen einzigen SmPC-Block (Textbasis: FABHALTA 200 mg Hartkapseln). Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterabschnitte Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation – Zwei-Form-Fall: beide Unterblöcke sind in dieser Fassung vorhanden – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für FABHALTA (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden die Sätze des Unterblocks Pharmakodynamische Wirkungen mit Studienzahlen (Einsetzen der Hemmung ≤ 2 Stunden, LDH-Verminderung um über 60 %, Serum-C3-Anstieg um 249 %, C5b-9-Verringerungen um 71,8 % und 92,1 %, C3-Ablagerungsscore nach 6 Monaten), der Block „Kardiale Elektrophysiologie“ (QTc-Studie mit supratherapeutischen Einzeldosen bis 1200 mg), der Block „Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“ (APPLY-PNH, APPOINT-PNH) sowie die US-Aussage zur IgA-Nephropathie (IgAN), für die die deutsche Fassung kein Indikationsgegenstück führt. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Das Komplementsystem läuft wie eine gestufte Alarmkette ab: Die Spaltung von C3 steht nahe am Anfang, der Membranangriffskomplex am Ende. Iptacopan greift weit oben in diese Kette ein und blockiert gezielt den Faktor B – und damit den sogenannten alternativen Weg des Komplementsystems. Dadurch werden sowohl der langsamere Abbau roter Blutkörperchen außerhalb der Gefäße (extravaskuläre Hämolyse) als auch ihre Zerstörung in der Blutbahn (intravaskuläre Hämolyse) gebremst.

Einfach erklärt

Iptacopan ist ein proximaler Komplementinhibitor, der auf den Faktor B (FB) abzielt und selektiv den alternativen Weg des Komplementsystems hemmt. Bei PNH verhindert die Hemmung von FB im alternativen Weg der Komplementkaskade die Aktivierung von C3-Konvertase und die nachfolgende Bildung von C5-Konvertase, um sowohl die C3-vermittelte extravaskuläre Hämolyse (EVH) als auch die terminale komplementvermittelte intravaskuläre Hämolyse (IVH) zu kontrollieren.

Im Detail

Bei C3G führt eine Überaktivierung des alternativen Wegs des Komplementsystems zu einer Ablagerung von C3 in den Glomeruli, was zu Entzündungen, glomerulärer Schädigung und Nierenfibrose führt. Iptacopan blockiert selektiv die Überaktivierung des alternativen Wegs, indem es die mit dem alternativen Weg verbundene C3-Konvertase-Aktivität hemmt, was zu einer verminderten Spaltung von C3 und einer geringeren C3-Ablagerung in der Niere führt.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Iptacopan greift oben in der Alarmkette ein

Faktor B (FB)IptacopanAblagerung von C3
  1. Das Komplementsystem läuft wie eine gestufte Alarmkette ab: Die Spaltung von C3 liegt nahe am Anfang der Kette, die Membranangriffskomplexe am Ende.
  2. Iptacopan ist ein proximaler Komplementinhibitor, der auf den Faktor B (FB) abzielt und selektiv den alternativen Weg des Komplementsystems hemmt.
  3. Bei PNH verhindert die Hemmung von FB im alternativen Weg der Komplementkaskade die Aktivierung von C3-Konvertase und die nachfolgende Bildung von C5-Konvertase, um sowohl die C3-vermittelte extravaskuläre Hämolyse (EVH) als auch die terminale komplementvermittelte intravaskuläre Hämolyse (IVH) zu kontrollieren.
  4. Iptacopan blockiert selektiv die Überaktivierung des alternativen Wegs, indem es die mit dem alternativen Weg verbundene C3-Konvertase-Aktivität hemmt, was zu einer verminderten Spaltung von C3 und einer geringeren C3-Ablagerung in der Niere führt.
Wie Iptacopan wirkt

Zielstruktur: Faktor B (FB)

Iptacopan ist ein proximaler Komplementinhibitor, der auf den Faktor B (FB) abzielt und selektiv den alternativen Weg des Komplementsystems hemmt.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie
  • FABHALTA wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die eine hämolytische Anämie aufweisen.
  • Komplement-3-Glomerulopathie
  • FABHALTA wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit Komplement-3-Glomerulopathie (C3G) in Kombination mit einem Renin-Angiotensin-System (RAS)-Inhibitor oder bei Patienten, die intolerant gegen RAS-Inhibitoren sind oder bei denen ein RAS-Inhibitor kontraindiziert ist (siehe Abschnitt 5.1).

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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