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Upadacitinib

Immunsuppressiva, Janus-assoziierte Kinase(JAK)-Inhibitoren, ATC-Code: L04AF03

Upadacitinib ist ein selektiver und reversibler Januskinase(JAK)-Inhibitor aus der Gruppe der Immunsuppressiva. Im zentralen EU-Verfahren wird RINVOQ zur Behandlung einer Reihe entzündlicher Erkrankungen eingesetzt, darunter rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, axiale Spondyloarthritis, Riesenzellarteriitis, atopische Dermatitis, Alopecia areata, Vitiligo sowie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Upadacitinib ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/19/1404/001–011; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Knollstraße, 67061 Ludwigshafen, Deutschland; Datum der Erteilung der Zulassung laut §9: 16. Dezember 2019, letzte Verlängerung: 19. September 2024); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: der Anhang-I-SmPC-Block „RINVOQ 15 mg Retardtabletten“, der alle zehn Anwendungsgebiete abdeckt; Zwischenüberschriften der Quelle bleiben als eigene items erhalten). Die Schreibungen „nr-axSpA“ und „C-reaktives“ erscheinen in der Druckform mit nicht trennendem Bindestrich (U+2011) und werden hier in ASCII-Schreibweise wiedergegeben (Präzedenzfall W6 Codepoint-Kanon, sinngemäß auf Feldtexte übertragen). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterabschnitte Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für Rinvoq (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden aus Abschnitt 5.1 die erkrankungsspezifischen Zytokin-Passagen zu atopischer Dermatitis, Alopecia areata, Vitiligo und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Pathologie-Beschreibungen, kein Wirkmechanismus des Stoffes), ebenso die Unterblöcke „Lymphozyten“, „hsCRP“ und „Impfstoffstudien“ des Abschnitts Pharmakodynamische Wirkungen (Labor-/Studienverläufe). Nicht übernommen wurde außerdem die US-seitige Angabe „In a cell-free isolated enzyme assay, upadacitinib had greater inhibitory potency at JAK1 and JAK2 relative to JAK3 and TYK2“; sie hat in der deutschen Hauptquelle kein Seitenstück, und die englische Stimme allein darf keine Aussage auf dieser Seite tragen (Präzedenzfall de/apixaban). Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Zytokine geben Entzündungssignale an Zellen weiter, indem sie an Rezeptoren an der Zelloberfläche andocken; ins Innere getragen werden die Signale von den Januskinasen (JAK), die STAT-Proteine phosphorylieren und dadurch die Genablesung umstellen. Upadacitinib bremst diese Schaltung am Punkt der JAK-Enzyme – bevorzugt den Signalweg von JAK1 –, wodurch die Entzündungskaskade an mehreren Erkrankungen gleichzeitig gedämpft wird.

Einfach erklärt

Upadacitinib ist ein selektiver und reversibler Januskinase(JAK)-Inhibitor. JAKs sind intrazelluläre Enzyme, die Signale von Zytokinen und Wachstumsfaktoren weiterleiten, die an einer Vielzahl von zellulären Prozessen, wie Entzündungsreaktionen, Hämatopoese und Immunüberwachung, beteiligt sind. Die JAK-Enzymfamilie umfasst vier Mitglieder – JAK1, JAK2, JAK3 und TYK2 –, die paarweise Signaltransduktoren und Aktivatoren der Transkription (signal transducers and activators of transcription, STATs) phosphorylieren und dadurch aktivieren. Diese Phosphorylierung moduliert wiederum die Genexpression und Zellfunktion.

Im Detail

JAK1 ist für Signalwege von inflammatorischen Zytokinen von Bedeutung, während JAK2 für die Reifung von Erythrozyten wichtig ist und JAK3-Signale eine Rolle im Rahmen der Immunüberwachung und Lymphozytenfunktion spielen. In humanzellbasierten Assays inhibiert Upadacitinib bevorzugt JAK1- oder JAK1/3-Signalwege im Vergleich zu anderen Zytokin-Signalwegen, die über JAK2-Paare vermittelt werden. Bei gesunden Probanden führte die Anwendung von Upadacitinib (Formulierung mit sofortiger Freisetzung) zu einer dosis- und konzentrationsabhängigen Hemmung der durch IL-6 (JAK1/JAK2) induzierten STAT3-Phosphorylierung und der durch IL-7 (JAK1/JAK3) induzierten STAT5-Phosphorylierung im Vollblut. Die maximale Hemmung wurde 1 Stunde nach Anwendung beobachtet und fiel bis zum Ende des Anwendungsintervalls wieder nahezu auf Baselinewerte ab.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

JAK1 und JAK2 sind der Weg der Entzündungssignale in die Zelle

Janus-Kinasen JAK1 und JAK2UpadacitinibSignale der Zytokine
  1. Zytokine sind über JAK1 und JAK2 im Zellinneren aktiv.
  2. Die Aktivität von JAK1 ist gehemmt.
  3. Die STATs werden über JAK1 aktiviert.
  4. An der Entzündung sind diese Signale beteiligt.
Wie "Upadacitinib" wirkt

Zielstruktur: Januskinase 1 (JAK1)

Upadacitinib ist ein selektiver und reversibler Januskinase(JAK)-Inhibitor. JAKs sind intrazelluläre Enzyme, die Signale von Zytokinen und Wachstumsfaktoren weiterleiten, die an einer Vielzahl von zellulären Prozessen, wie Entzündungsreaktionen, Hämatopoese und Immunüberwachung, beteiligt sind.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Rheumatoide Arthritis
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RINVOQ kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden.
  • Psoriasis-Arthritis
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere DMARDs unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RINVOQ kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden.
  • Axiale Spondyloarthritis
  • Nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA)
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis bei erwachsenen Patienten mit objektiven Anzeichen einer Entzündung, angezeigt durch erhöhtes C-reaktives Protein (CRP) und/oder Nachweis durch Magnetresonanztomografie (MRT), die unzureichend auf nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) angesprochen haben.
  • Ankylosierende Spondylitis (AS, röntgenologische axiale Spondyloarthritis)
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven ankylosierenden Spondylitis bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben.
  • Riesenzellarteriitis
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der Riesenzellarteriitis bei erwachsenen Patienten.
  • Atopische Dermatitis
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
  • Alopecia areata
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der schweren Alopecia areata bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (siehe Abschnitt 5.1).
  • Vitiligo
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung von nicht segmentaler Vitiligo bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
  • Colitis ulcerosa
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben.
  • Morbus Crohn
  • RINVOQ wird angewendet zur Behandlung des mittelschweren bis schweren aktiven Morbus Crohn bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben.

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

  1. S3-Leitlinie Morbus Crohn - AWMF 021-004, 2024

    AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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