Dalbavancin
Dalbavancin (als Dalbavancin-Hydrochlorid) ist ein bakterizides Lipoglykopeptid-Antibiotikum (ATC-Code: J01XA04). Im zentralen EU-Verfahren wird es für die Behandlung von akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen (ABSSSI) bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab der Geburt angewendet.
Dalbavancin ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummer EU/1/14/986/001; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Knollstraße, 67061 Ludwigshafen, Deutschland; Datum der Erteilung der Zulassung laut §9: 19. Februar 2015, Datum der letzten Verlängerung: 05. Dezember 2019); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: SmPC-Block für Xydalba 500 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung; die zitierte Anhang-Fassung enthält nur diesen einen SmPC-Block). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus und Resistenzmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation – der Unterblock „Pharmakodynamische Wirkungen“ fehlt in diesem Dokument (Einzelform der Abschnitte-5.1-Beschriftung; Präzedenzfälle de/pregabalin, de/ustekinumab) – und wurden gegen den US-amerikanischen DailyMed-Label (SPL) für DALVANCE (12.1 Mechanism of Action, 12.4 Microbiology mit Unterblock Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen; die Resistenzsätze in mechanism advanced sind durch den deutschen Anker belegt, die US-Seite schweigt zur VanA-Formulierung (kein Richtungs-Widerspruch). Nicht übernommen wurden die Unterblöcke „Wechselwirkungen mit anderen antibakteriellen Wirkstoffen“, „Grenzwerte der Sensibilitätsuntersuchung“, „PK/PD-Beziehungen“, „Klinische Wirksamkeit gegen bestimmte Krankheitserreger“, „Antibakterielle Wirkung gegen andere relevante Krankheitserreger“ und „Kinder und Jugendliche“ aus Abschnitt 5.1 (Antagonismus-Listen, EUCAST-Grenzwerte, Tiermodell-Daten, Erregerlisten und das pädiatrische Studienprogramm mit Heilungsraten – Wirksamkeitsnachweis und Sicherheitspharmakologie, nicht Wirkmechanismus). US-Formulierungen ohne deutsches Gegenstück – der QTc-Befund „Neither dalbavancin 1,000 mg nor dalbavancin 1,500 mg had any clinically relevant adverse effect on cardiac repolarization“ und die Expositions-Wirksamkeits-Analyse zum Zwei-Dosen-Schema in 12.2 – wurden nicht übernommen. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
Angegriffen wird die Außenhülle des Erregers genau im Moment ihres Aufbaus: Dalbavancin ist ein bakterientötendes Antibiotikum, das sich an die Endstücke (D-Alanyl-D-Alanin) der noch unfertigen Zellwand-Bausteine klemmt. Dadurch können die Bausteine nicht mehr quervernetzt werden, die Wand bleibt löchrig und das Bakterium stirbt ab. Wirksam ist das nur gegen grampositive Keime; alle gramnegativen Bakterien sind von Natur aus unempfindlich, und einzelne Staphylokokken oder Enterokokken können über das VanA-Gen die Zielstelle verändern und so widerstandsfähig werden.
Einfach erklärt
Dalbavancin ist ein bakterizides Lipoglykopeptid-Antibiotikum. Sein Wirkungsmechanismus bei sensiblen grampositiven Bakterien beinhaltet die Unterbrechung der Zellwandsynthese durch Bindung an die terminalen D-Alanyl-D-Alanine des Stammpeptids im naszierenden Zellwandpeptidoglycan, was die Kreuzbindung (Transpeptidierung und Transglycosylierung) der Disaccharid-Untereinheiten verhindert und dadurch zum bakteriellen Zelltod führt.
Im Detail
Alle gramnegativen Bakterien sind anlagebedingt gegen Dalbavancin resistent. Die Resistenz gegen Dalbavancin bei Staphylococcus spp. und Enterococcus spp. wird durch VanA bewirkt, ein Genotyp, der zur Änderung des Ziel-Peptids in der naszierenden Zellwand führt. Methicillin-Resistenz hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Dalbavancin.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Dalbavancin greift die Außenhülle des Erregers im Moment ihres Baus an
- Dalbavancin ist ein bakterizides Lipoglykopeptid-Antibiotikum.
- Sein Wirkungsmechanismus bei sensiblen grampositiven Bakterien beinhaltet die Unterbrechung der Zellwandsynthese durch Bindung an die terminalen D-Alanyl-D-Alanine des Stammpeptids im naszierenden Zellwandpeptidoglycan, was die Kreuzbindung (Transpeptidierung und Transglycosylierung) der Disaccharid-Untereinheiten verhindert und dadurch zum bakteriellen Zelltod führt.
- Methicillin-Resistenz hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Dalbavancin.
- Alle gramnegativen Bakterien sind anlagebedingt gegen Dalbavancin resistent.
Zielstruktur: terminale D-Alanyl-D-Alanine des Stammpeptids im naszierenden Zellwandpeptidoglycan
Sein Wirkungsmechanismus bei sensiblen grampositiven Bakterien beinhaltet die Unterbrechung der Zellwandsynthese durch Bindung an die terminalen D-Alanyl-D-Alanine des Stammpeptids im naszierenden Zellwandpeptidoglycan, was die Kreuzbindung (Transpeptidierung und Transglycosylierung) der Disaccharid-Untereinheiten verhindert und dadurch zum bakteriellen Zelltod führt.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Xydalba ist für die Behandlung von akuten bakteriellen Haut- und Weichgewebeinfektionen (ABSSSI) bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab der Geburt indiziert (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
- Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- Xydalba – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Anhang I, deutsche Fassung)
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
MedUnfold bietet Bildungsinhalte und ersetzt keinen medizinischen Rat. Folgen Sie stets der aktuellen Fachinformation und Ihrer medizinischen Fachperson.