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Tirzepatid

Antidiabetika, exkl. Insuline, ATC-Code: A10BX16

Tirzepatid ist ein lang wirkender GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist, der hochselektiv für humane GIP- und GLP-1-Rezeptoren ist (ATC-Code: A10BX16). Im zentralen EU-Verfahren wird es zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes mellitus als Ergänzung zu Diät und Bewegung sowie als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement bei Erwachsenen angewendet.

Tirzepatid ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/22/1685/…; Inhaber der Zulassung: Eli Lilly Nederland B.V.); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: der gemeinsame SmPC-Block für alle Fertigpen-, KwikPen- und Durchstechflaschen-Stärken). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich im Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften, Unterabschnitte Wirkmechanismus / Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für MOUNJARO (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden die Verteilungs- und Tierstudien-Passagen des Wirkmechanismus-Absatzes (Expression der Rezeptoren in Herz, Gefäßen, Immunzellen, Darm und Niere; Anreicherung in Neuronen der Appetitregion; Fettstoffwechsel-Modulation über den GIP-Rezeptor) sowie die numerischen Clamp-Befunde (466 %/302 % erste bzw. zweite Phase, 63 % M-Wert) und die MRT-Passage zur Herzstruktur, weil die Seite nur die mechanistischen Grundaussagen wiedergibt. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Der Körper dämpft Blutzuckerspitzen nach dem Essen über die Hormone GIP und GLP-1, die an Rezeptoren auf den endokrinen α- und β-Zellen der Bauchspeicheldrüse andocken; Tirzepatid ahmt dieses Signal nach und aktiviert beide Rezeptoren – am GLP-1-Rezeptor schwächer als das native Hormon. Es steigert die glukoseabhängige Insulinsekretion, senkt glucoseabhängig die Glukagon-Konzentration und verlangsamt die Magenentleerung; zusätzlich verringert es über die Regulierung des Appetits die Nahrungsaufnahme, das Körpergewicht und die Körperfettmasse.

Einfach erklärt

Tirzepatid ist ein lang wirkender GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist, der hochselektiv für humane GIP- und GLP-1-Rezeptoren ist. Tirzepatid hat eine hohe Affinität sowohl zu den GIP- als auch zu den GLP-1-Rezeptoren. Die Aktivität von Tirzepatid auf den GIP-Rezeptor ähnelt der des nativen GIP-Hormons. Die Aktivität von Tirzepatid am GLP-1-Rezeptor ist im Vergleich zum nativen GLP-1-Hormon geringer. Tirzepatid verbessert die glykämische Kontrolle durch Senkung der Nüchtern- und postprandialen Glukosekonzentration bei Patienten mit Typ-2-Diabetes über unterschiedliche Mechanismen.

Im Detail

Tirzepatid erhöht die Glukosesensitivität der β-Zellen des Pankreas. Es steigert die Insulinsekretion in der ersten und zweiten Phase in einer glukoseabhängigen Weise. Tirzepatid verbessert die Insulinsensitivität. Tirzepatid senkte glucoseabhängig die Nüchtern- und postprandiale Glukagon-Konzentration. Tirzepatid verzögert die Magenentleerung, was die Absorption von Glukose nach einer Mahlzeit verlangsamen und zu einem positiven Effekt auf die postprandiale Glykämie führen kann. Die durch Tirzepatid induzierte Verzögerung der Magenentleerung nimmt mit der Zeit ab. Die mit der Reduzierung des Körpergewichts und der Körperfettmasse verbundenen Mechanismen beinhalten eine verringerte Nahrungsaufnahme durch die Regulierung des Appetits.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Tirzepatid verbessert die glykämische Kontrolle durch Senkung der Nüchtern- und postprandialen Glukosekonzentration bei Patienten mit Typ-2-Diabetes über unterschiedliche Mechanismen.

GIP- und GLP-1-RezeptorenTirzepatiddie glykämische Kontrolle
  1. Der Körper dämpft Blutzuckerspitzen nach dem Essen über die Hormone GIP und GLP-1, die an Rezeptoren auf den endokrinen α- und β-Zellen der Bauchspeicheldrüse andocken; Tirzepatid ahmt dieses Signal nach und aktiviert beide Rezeptoren – am GLP-1-Rezeptor schwächer als das native Hormon.
  2. Tirzepatid hat eine hohe Affinität sowohl zu den GIP- als auch zu den GLP-1-Rezeptoren.
  3. Die Aktivität von Tirzepatid auf den GIP-Rezeptor ähnelt der des nativen GIP-Hormons.
  4. Es steigert die glukoseabhängige Insulinsekretion, senkt glucoseabhängig die Glukagon-Konzentration und verlangsamt die Magenentleerung; zusätzlich verringert es über die Regulierung des Appetits die Nahrungsaufnahme, das Körpergewicht und die Körperfettmasse.
Wie "Tirzepatid" wirkt

Zielstruktur: GIP- und GLP-1-Rezeptoren

Tirzepatid ist ein lang wirkender GIP- und GLP-1-Rezeptor-Agonist, der hochselektiv für humane GIP- und GLP-1-Rezeptoren ist.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Typ-2-Diabetes mellitus
  • Mounjaro ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes mellitus als Ergänzung zu Diät und Bewegung
  • als Monotherapie, wenn die Einnahme von Metformin wegen Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen nicht angezeigt ist,
  • zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes mellitus.
  • Studienergebnisse hinsichtlich Kombinationen, Auswirkungen auf die glykämische Kontrolle, die untersuchten Populationen und kardiovaskuläre Ereignisse sind in den Abschnitten 4.4, 4.5 und 5.1 zu finden.
  • Gewichtsmanagement
  • Mounjaro ist angezeigt als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, bei Erwachsenen mit einem Ausgangs-Body-Mass-Index (BMI) von
  • ≥ 30 kg/m2 (Adipositas) oder
  • ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2 (Übergewicht) bei Vorliegen mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung (z. B. Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus).
  • Studienergebnisse hinsichtlich obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) sind in Abschnitt 5.1 zu finden.

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

  1. S3-Leitlinie Adipositas - AWMF 050-001, 2024

    AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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