Ranibizumab
Ranibizumab ist das Fragment eines humanisierten monoklonalen Antikörpers gegen den humanen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor A (VEGF-A), das die Bindung von VEGF-A an die Rezeptoren VEGFR-1 und VEGFR-2 verhindert (ATC-Code: S01LA04). Lucentis wird im zentralen EU-Verfahren bei Erwachsenen in fünf Netzhautindikationen und bei Frühgeborenen zur Behandlung der ROP angewendet.
Ranibizumab ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern des Textbasis-Blocks EU/1/06/374/002 und EU/1/06/374/004; der zweite SmPC-Block trägt EU/1/06/374/003; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Novartis Europharm Limited, Vista Building, Elm Park, Merrion Road, Dublin 4, Irland); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: Block Lucentis 10 mg/ml Injektionslösung – Durchstechflasche zu 0,23 ml, der einzige Block mit dem Frühgeborenen-ROP-Absatz; der zweite Block – Injektionslösung in einer Fertigspritze – führt dieselben fünf Erwachsenenindikationen ohne den ROP-Absatz. Aufzählungszeichen „•“ bleiben Quellform). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für LUCENTIS (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Der advanced-Satz (Textbasis-Block) endet „…und zur ROP bei Frühgeborenen beitragen.“; die Fertigspritzen-Fassung desselben Satzes lässt den ROP-Teilsatz weg – Quellform-Vorbehalt, zitiert wird der Textbasis-Block. Die Unterblocks „Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“ (Studien zur feuchten AMD einschließlich MARINA und ANCHOR, zu DMÖ, RVV, PDR und zur ROP bei Frühgeborenen, mit Sehschärfe- und Anatomiedaten) wurden aus Platzgründen nicht übernommen und sind hiermit benannt; ebenso die US-eigenen 12.2-Befundsätze (retinal thickness/OCT, Fluoreszenzangiografie) ohne wörtliches deutsches Gegenstück, die die deutsche 5.1 nicht enthält. Die Nennung der VEGF-Isoformen als VEGF110/VEGF121/VEGF165 folgt der Extraktionsform der tiefgestellten Ziffern der Druckform. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
VEGF-A ist der Botenstoff, der am Auge neue, undichte Blutgefäße sprießen lässt; seine Blockade bremst Leckage und Neovaskularisation. Ranibizumab ist nur ein Antikörper-Fragment ohne Fc-Teil: Es bindet mit hoher Affinität an die VEGF-A-Isoformen und besetzt deren Andockstelle, sodass VEGF-A die Rezeptoren VEGFR-1 und VEGFR-2 auf Endothelzellen nicht mehr erreichen kann.
Einfach erklärt
Ranibizumab ist das Fragment eines humanisierten rekombinanten monoklonalen Antikörpers, das gegen den humanen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor A (VEGF-A) gerichtet ist. Es bindet mit hoher Affinität an VEGF-A-Isoformen (wie VEGF110, VEGF121 und VEGF165) und verhindert so, dass VEGF-A an seine Rezeptoren VEGFR-1 und VEGFR-2 bindet.
Im Detail
Die Bindung von VEGF-A an seine Rezeptoren induziert Endothelzell-Proliferation und Neovaskularisation sowie vaskuläre Leckage – alles Faktoren, von denen man annimmt, dass sie zur Progression der neovaskulären Form der altersabhängigen Makuladegeneration, der pathologischen Myopie und CNV oder zu einer Visusbeeinträchtigung entweder infolge eines diabetischen Makulaödems oder eines Makulaödems aufgrund eines RVV bei Erwachsenen und zur ROP bei Frühgeborenen beitragen.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Ranibizumab bremst den Botenstoff, der undichte Gefäße sprießen lässt
- VEGF-A ist der Botenstoff, der am Auge neue, undichte Blutgefäße sprießen lässt; seine Blockade bremst Leckage und Neovaskularisation.
- Ranibizumab ist das Fragment eines humanisierten rekombinanten monoklonalen Antikörpers, das gegen den humanen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor A (VEGF-A) gerichtet ist.
- Ranibizumab ist nur ein Antikörper-Fragment ohne Fc-Teil: Es bindet mit hoher Affinität an die VEGF-A-Isoformen und besetzt deren Andockstelle, sodass VEGF-A die Rezeptoren VEGFR-1 und VEGFR-2 auf Endothelzellen nicht mehr erreichen kann.
- Die Bindung von VEGF-A an seine Rezeptoren induziert Endothelzell-Proliferation und Neovaskularisation sowie vaskuläre Leckage – alles Faktoren, von denen man annimmt, dass sie zur Progression der neovaskulären Form der altersabhängigen Makuladegeneration, der pathologischen Myopie und CNV oder zu einer Visusbeeinträchtigung entweder infolge eines diabetischen Makulaödems oder eines Makulaödems aufgrund eines RVV bei Erwachsenen und zur ROP bei Frühgeborenen beitragen.
Zielstruktur: humaner vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor A (VEGF-A)
Ranibizumab ist das Fragment eines humanisierten rekombinanten monoklonalen Antikörpers, das gegen den humanen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor A (VEGF-A) gerichtet ist.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Lucentis wird angewendet bei Erwachsenen zur:
- • Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
- • Behandlung einer Visusbeeinträchtigung infolge eines diabetischen Makulaödems (DMÖ)
- • Behandlung der proliferativen diabetischen Retinopathie (PDR)
- • Behandlung einer Visusbeeinträchtigung infolge eines Makulaödems aufgrund eines retinalen Venenverschlusses (RVV) (Venenastverschluss oder Zentralvenenverschluss)
- • Behandlung einer Visusbeeinträchtigung infolge einer chorioidalen Neovaskularisation (CNV)
- Lucentis wird angewendet bei Frühgeborenen zur:
- • Behandlung einer Frühgeborenen-Retinopathie (retinopathy of prematurity; ROP) in Zone I (Stadien 1+, 2+, 3 oder 3+), Zone II (Stadium 3+) oder einer AP-ROP (aggressiv-posterioren Frühgeborenen-Retinopathie)
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- Lucentis – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Anhang I, deutsche Fassung)
Novartis Europharm Limited
- LUCENTIS (ranibizumab injection) – US-FDA-Arzneimittelinformation (openFDA-Label), 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
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