Osimertinib
Osimertinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) und irreversibler Inhibitor der EGFRs mit aktivierenden Mutationen und mit der TKI-Resistenz-Mutation T790M (ATC-Code: L01EB04). Im zentralen EU-Verfahren wird es als Monotherapie in der adjuvanten Behandlung, bei lokal fortgeschrittenem inoperablem und bei metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit EGFR-Mutationen sowie in Kombination mit Pemetrexed und platinhaltiger Chemotherapie angewendet.
Osimertinib ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/16/1086/001 bis EU/1/16/1086/004; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: AstraZeneca AB, SE-151 85 Södertälje, Schweden); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: gemeinsamer SmPC-Block der TAGRISSO-Filmtabletten 40 mg und 80 mg; die Zwischenzeilen „TAGRISSO ist als Monotherapie angezeigt zur:“ und „TAGRISSO ist angezeigt in Kombination mit:“ sowie die Aufzählungszeichen der Quelle sind eigene items in Quellform). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für TAGRISSO (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurde der Unterblock „Kardiale Elektrophysiologie“ aus Abschnitt 5.1 (QTc-Verlängerung, AURA2, 14 ms mit Obergrenze 16 ms); er betrifft die kardiale Verträglichkeit und nicht den Wirkmechanismus. Von der US-Stimme nicht übernommen wurden die Angaben zu den beiden aktiven Metaboliten AZ7550 und AZ5104, zur Hemmung von HER2, HER3, HER4, ACK1 und BLK sowie zur Hirngängigkeit im Tiermodell, weil diese Aussagen im deutschen Wortlaut keine Entsprechung haben. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
In vielen Lungentumoren treibt ein veränderter EGFR-Rezeptor das Zellwachstum an. Osimertinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der sich dauerhaft (irreversibel) an genau diese veränderten Rezeptoren bindet – an die aktivierenden EGFR-Mutationen und an die Resistenzmutation T790M. Die gesunden, unveränderten Rezeptoren trifft es deutlich weniger stark; deshalb schrumpfen in Tumormodellen gezielt die Tumoren mit diesen Mutationen, während normales Gewebe weitgehend verschont bleibt.
Einfach erklärt
Osimertinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI). Es handelt sich um einen irreversiblen Inhibitor der EGFRs mit aktivierenden Mutationen (EGFRm) und mit der TKI-Resistenz-Mutation T790M.
Im Detail
In-vitro-Studien zeigten eine hochpotente inhibitorische Aktivität von Osimertinib am EGFR in einer Reihe von Zelllinien für NSCLC, die alle klinisch relevanten sensibilisierenden EGFR-Mutationen und T790M-Mutationen umfassten (apparente IC50s-Werte von 6 nM bis 54 nM gegen Phospho-EGFR). Dies führt zu einer Hemmung des Zellwachstums bei signifikant weniger Aktivität gegen EGFR bei Wildtyp-Zelllinien (apparente IC50s-Werte von 480 nM bis 1,8 µM gegen Phospho-EGFR). In vivo führte die orale Gabe von Osimertinib bei NSCLC-Xenotransplantaten und transgenen Mausmodellen mit Lungentumoren zum Schrumpfen sowohl der Tumore mit EGFRm als auch der mit T790M.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Wie Osimertinib im Rezeptor selbst ansetzt
- Osimertinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI).
- Es handelt sich um einen irreversiblen Inhibitor der EGFRs mit aktivierenden Mutationen (EGFRm) und mit der TKI-Resistenz-Mutation T790M.
- Dies führt zu einer Hemmung des Zellwachstums bei signifikant weniger Aktivität gegen EGFR bei Wildtyp-Zelllinien (apparente IC50s-Werte von 480 nM bis 1,8 µM gegen Phospho-EGFR).
- In vivo führte die orale Gabe von Osimertinib bei NSCLC-Xenotransplantaten und transgenen Mausmodellen mit Lungentumoren zum Schrumpfen sowohl der Tumore mit EGFRm als auch der mit T790M.
Zielstruktur: EGFR (epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor)
Es handelt sich um einen irreversiblen Inhibitor der EGFRs mit aktivierenden Mutationen (EGFRm) und mit der TKI-Resistenz-Mutation T790M.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- TAGRISSO ist als Monotherapie angezeigt zur:
- • adjuvanten Behandlung nach vollständiger Tumorresektion bei erwachsenen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IB-IIIA, deren Tumoren Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR) als Deletion im Exon 19 oder Substitutionsmutation im Exon 21 (L858R) aufweisen (siehe Abschnitt 5.1).
- • Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem NSCLC, deren Tumoren EGFR-Mutationen als Deletion im Exon 19 oder Substitutionsmutation im Exon 21 (L858R) aufweisen und deren Erkrankung während oder nach einer platinhaltigen Radiochemotherapie nicht fortgeschritten ist.
- • Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen.
- • Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR-T790M-mutationspositivem NSCLC.
- TAGRISSO ist angezeigt in Kombination mit:
- • Pemetrexed und platinhaltiger Chemotherapie zur Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, deren Tumoren EGFR-Mutationen als Deletion im Exon 19 oder Substitutionsmutation im Exon 21 (L858R) aufweisen.
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- TAGRISSO (osimertinib) – US-FDA-Arzneimittelinformation (openFDA-Label), 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
- S3-Leitlinie Lungenkarzinom - AWMF 020-007, 2026
AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
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