Dapagliflozin
Dapagliflozin ist ein hochpotenter, selektiver und reversibler Inhibitor des Natrium-Glucose-Cotransporters 2 (SGLT-2) aus der Gruppe der SGLT-2-Inhibitoren (ATC-Code: A10BK01). Im zentralen EU-Verfahren wird es zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes mellitus, der symptomatischen chronischen Herzinsuffizienz und der chronischen Niereninsuffizienz angewendet.
Dapagliflozin ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/15/1052/…; Inhaber der Zulassung: AstraZeneca AB); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: gemeinsamer SmPC-Block für Edistride 5 mg / 10 mg Filmtabletten). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für Dapagliflozin (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden die quantitativen Studiendaten des Unterblocks „Pharmakodynamische Wirkungen“ (Glucose-Ausscheidung in Gramm pro Tag, Harnmenge, Natriumausscheidung, Harnsäure) und die Wirksamkeitsdetails der Studien DAPA-HF, DELIVER und DAPA-CKD aus Abschnitt 5.1; sie beschreiben Studienergebnisse und nicht den Wirkmechanismus. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
Im proximalen Nierentubulus holt der Transporter SGLT-2 Glucose und Natrium aus dem Filtrat zurück; Dapagliflozin blockiert diese Rückholung, Glucose geht mit dem Urin verloren und die Plasma-Glucosespiegel sinken. Nach Abschnitt 5.1 wirkt derselbe Mechanismus über die tubuloglomeruläre Rückkopplung auch auf Druck und Last von Herz und Niere, weshalb die günstigen Wirkungen auf Herz und Niere nicht nur Menschen mit Diabetes zugutekommen.
Einfach erklärt
Dapagliflozin ist ein hochpotenter (Ki: 0,55 nM), selektiver und reversibler Inhibitor des SGLT-2. Die Inhibition von SGLT-2 durch Dapagliflozin reduziert die Reabsorption von Glucose aus dem glomerulären Filtrat im proximalen renalen Tubulus bei einer gleichzeitigen Reduktion der Natrium-Reabsorption, was zu einer Exkretion von Glucose mit dem Urin und osmotischer Diurese führt.
Im Detail
Daher erhöht Dapagliflozin die Abgabe von Natrium in den distalen Tubulus, was die tubuloglomeruläre Rückkopplung erhöht und den intraglomerulären Druck senkt. Kombiniert mit osmotischer Diurese führt dies zu einer Abnahme der Volumenüberladung, niedrigerem Blutdruck und einer geringeren Vorlast und Nachlast, was günstige Effekte auf das kardiale Remodeling, die diastolische Funktion und den Erhalt der Nierenfunktion haben kann. Die kardialen und renalen Vorteile von Dapagliflozin hängen nicht allein vom Blutglucose-senkenden Effekt ab und sind nicht auf Patienten mit Diabetes beschränkt, wie in den Studien DAPA-HF, DELIVER und DAPA-CKD gezeigt wurde. Dapagliflozin verbessert sowohl die Nüchtern- als auch die postprandialen Plasma-Glucosespiegel, indem es die renale Glucose-Reabsorption senkt und zur Glucose-Ausscheidung mit dem Harn führt. Daher zeigt Dapagliflozin bei Personen mit normalem Blutglucose-Wert eine geringe Neigung, eine Hypoglykämie zu verursachen. Dapagliflozin behindert nicht die normale endogene Glucoseproduktion als Reaktion auf eine Hypoglykämie. Dapagliflozin wirkt unabhängig von der Insulinsekretion und Insulinwirkung.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Wie SGLT2-Hemmer den Blutzucker senken
- Die Niere filtert Glucose aus dem Blut und holt sie über den Transporter SGLT-2 zurück.
- Der SGLT2-Hemmer blockiert diesen Rücktransport im Tubulus der Niere.
- Die Glucose geht mit dem Urin verloren – der Zucker verlässt den Körper.
- Dadurch sinkt der Blutzucker.
Zielstruktur: Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT-2)
Dapagliflozin ist ein hochpotenter (Ki: 0,55 nM), selektiver und reversibler Inhibitor des SGLT-2.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Typ-2-Diabetes mellitus
- Edistride ist bei Erwachsenen und Kindern im Alter von 10 Jahren und älter indiziert zur Behandlung von unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes mellitus in Ergänzung zu einer Diät und Bewegung
- - als Monotherapie, wenn Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit als ungeeignet erachtet wird.
- - zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Typ-2-Diabetes.
- Zu Studienergebnissen im Hinblick auf Kombinationen von Behandlungen, die Wirkung auf die Blutzuckerkontrolle, kardiovaskuläre und renale Ereignisse sowie die untersuchten Populationen, siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1.
- Herzinsuffizienz
- Edistride ist bei erwachsenen Patienten indiziert zur Behandlung der symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz.
- Chronische Niereninsuffizienz
- Edistride ist bei erwachsenen Patienten indiziert zur Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz.
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- Dapagliflozin – US-FDA-Arzneimittelinformation (openFDA-Label), 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
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