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Idursulfase

Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel – Enzyme, ATC-Code: A16AB09

Idursulfase ist eine gereinigte Form des lysosomalen Enzyms Iduronat-2-Sulfatase, das die Glykosaminoglykane Dermatansulfat und Heparansulfat katabolisiert. Elaprase wird im zentralen EU-Verfahren zur Langzeitbehandlung von Patienten mit Hunter-Syndrom (Mukopolysaccharidose II, MPS II) angewendet.

Idursulfase ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/06/365/001-003; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch, Block 2 Miesian Plaza, 50-58 Baggot Street Lower, Dublin 2, D02 HW68, Irland); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: Elaprase 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung; das Anhang-Dokument enthält einen einzigen SmPC-Block). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterblock Wirkmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für ELAPRASE (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist wörtlich Abschnitt 5.1 entnommen. Nicht übernommen wurden der Abschnitt „Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“ innerhalb von 5.1 (Studien TKT008, TKT024, HGT-ELA-038 mit 6-MWT-, FVC- und Organvolumendaten) sowie die Strukturangaben zur Herstellung in einer menschlichen Zelllinie, zum 525-Aminosäuren-Glykoprotein, zu den 8 N-gebundenen Glykosylierungsstellen und zum Molekulargewicht von etwa 76 Kilodalton. Die US-Stimme führt in 12.2 aus, dass die Ansprechbarkeit des Harn-GAG auf Dosisänderungen unbekannt ist und dass Antikörper-positiven Patienten weniger ausgeprägte GAG-Senkungen zeigten; diese US-eigenen Sätze wurden nicht übernommen. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Beim Hunter-Syndrom fehlt ein bestimmtes Enzym in den „Recyclingstationen“ der Zelle, den Lysosomen. Ohne dieses Enzym bleiben zuckerartige Bausteine (Glykosaminoglykane) liegen und stauen sich an – die Zellen schwellen an, Organe vergrößern sich und nehmen Schaden. Elaprase führt eine im Labor hergestellte Kopie des fehlenden Enzyms von außen zu. Kleine Mannose-6-Phosphat-Marker wirken dabei wie ein Adressaufkleber: Sie lassen das Enzym an passenden Andockstellen der Zelloberfläche binden, von wo es in die Lysosomen aufgenommen wird und die angestauten Bausteine abbaut.

Einfach erklärt

Das Hunter-Syndrom ist eine X-chromosomale Erkrankung, die durch einen Mangel an dem lysosomalen Enzym Iduronat-2-Sulfatase verursacht wird. Iduronat-2-Sulfatase katabolisiert die Glykosaminoglykane (GAG) Dermatansulfat und Heparansulfat durch Abspaltung der Oligosaccharid-gebundenen Sulfat-Anteile. Da das Enzym Iduronat-2-Sulfatase bei Patienten mit Hunter-Syndrom nicht oder nur in unzureichendem Maße vorhanden ist, sammeln sich zunehmend Glykosaminoglykane in den Zellen an, was zu Zellschwellung, Organomegalie, Gewebszerstörung und Dysfunktion des Organsystems führt. Durch die Behandlung von Hunter-Syndrom-Patienten mit Idursulfase intravenös wird exogenes Enzym zur Aufnahme in die zellulären Lysosomen zur Verfügung gestellt.

Im Detail

Idursulfase ist eine gereinigte Form des lysosomalen Enzyms Iduronat-2-Sulfatase. Die Mannose-6-Phosphat-(M6P-) Rückstände an den Oligosaccharid-Ketten ermöglichen eine spezifische Bindung des Enzyms an die M6P-Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Dies führt zu einer zellulären Internalisierung des Enzyms, die auf die intrazellulären Lysosomen und die anschließende Katabolisierung der angesammelten GAG zielt.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Über M6P-Rezeptoren in die Zelle: Idursulfase

Iduronat-2-SulfataseIdursulfaseangesammelten GAG
  1. Das Hunter-Syndrom ist eine X-chromosomale Erkrankung, die durch einen Mangel an dem lysosomalen Enzym Iduronat-2-Sulfatase verursacht wird.
  2. Idursulfase ist eine gereinigte Form des lysosomalen Enzyms Iduronat-2-Sulfatase.
  3. Die Mannose-6-Phosphat-(M6P-) Rückstände an den Oligosaccharid-Ketten ermöglichen eine spezifische Bindung des Enzyms an die M6P-Rezeptoren auf der Zelloberfläche.
  4. Dies führt zu einer zellulären Internalisierung des Enzyms, die auf die intrazellulären Lysosomen und die anschließende Katabolisierung der angesammelten GAG zielt.
Wie Idursulfase wirkt

Zielstruktur: Iduronat-2-Sulfatase

Iduronat-2-Sulfatase katabolisiert die Glykosaminoglykane (GAG) Dermatansulfat und Heparansulfat durch Abspaltung der Oligosaccharid-gebundenen Sulfat-Anteile.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Elaprase ist zur Langzeitbehandlung von Patienten mit Hunter-Syndrom (Mukopolysaccharidose II, MPS II) indiziert.
  • Es wurden keine klinischen Studien mit heterozygoten weiblichen Patienten durchgeführt.

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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