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Tafamidis

Andere Mittel für das Nervensystem, ATC-Code: N07XX08

Tafamidis ist ein selektiver Stabilisator von Transthyretin (TTR), das an die Thyroxin-Bindungsstellen des TTR bindet und die Spaltung des Tetramers in Monomere verlangsamt (ATC-Code: N07XX08). Im zentralen EU-Verfahren wird es bei der Transthyretin-Amyloidose mit symptomatischer Polyneuropathie im Stadium 1 und – je nach Darreichungsform – bei der amyloidotischen Kardiomyopathie angewendet.

Tafamidis ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/11/717/…; Inhaber der Zulassung: Pfizer Europe MA EEIG, Boulevard de la Plaine 17, 1050 Brüssel, Belgien); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen; das Anhang-Dokument enthält drei darreichungsform-spezifische SmPC-Blöcke mit gestuften Teilgebieten (20 mg Weichkapseln: Polyneuropathie im Stadium 1; 61 mg Weichkapseln: ATTR-CM; 61 mg Filmtabletten: ATTRwt-CM), deren 4.1-Sätze vollständig und in Blockreihenfolge als items übernommen sind. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation – die 5.1-Blöcke der drei SmPC-Blöcke sind insoweit wortgleich – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für VYNDAQEL (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden die Methodik des TTR-Stabilisierungs-Assays und die variantenbezogenen Zahlenangaben (14 bzw. 25 getestete TTR-Varianten, Stabilisierung von 40 amyloidogenen TTR-Genotypen) aus Abschnitt 5.1; sie beschreiben Laborparameter statt des Wirkmechanismus. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Das Transportprotein Transthyretin (TTR) liegt als Viererpack (Tetramer) vor; zerfällt es in Einzelteile, können diese sich zu Amyloid-Ablagerungen in Geweben zusammensetzen. Tafamidis setzt genau dort an: Es bindet an die Thyroxin-Bindungsstellen des Tetramers, hält es stabil und bremst so den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der amyloidogenen Kette.

Einfach erklärt

Tafamidis ist ein selektiver Stabilisator von TTR. Tafamidis bindet an den Thyroxin-Bindungsstellen des TTR, stabilisiert so das Tetramer und verlangsamt die Spaltung in Monomere, den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt im amyloidogenen Prozess.

Im Detail

Die Transthyretin-Amyloidose ist eine stark beeinträchtigende Erkrankung, die durch die Anreicherung verschiedener nicht löslicher fibrillärer Proteine, bzw. von Amyloid, in den Geweben verursacht wird, und zwar in Mengen, die ausreichen, um die normale Funktion zu beeinträchtigen. Die gefalteten Monomere durchlaufen eine partielle Denaturierung, wodurch alternativ gefaltete monomere amyloidogene Zwischenprodukte gebildet werden. Diese setzen sich dann fehlerhaft in lösliche Oligomere, Profilamente, Filamente und Amyloidfibrillen zusammen. Tafamidis bindet mit negativer Kooperativität an die beiden Thyroxin-Bindungsstellen der nativen tetrameren Form von Transthyretin und verhindert so die Aufspaltung in Monomere. Die Hemmung der Spaltung des TTR-Tetramers bildet die Grundlage für die Anwendung von Tafamidis zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit ATTR-PN im Stadium 1.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Wie Tafamidis die Spaltung des TTR-Tetramers verlangsamt

Transthyretin (TTR)TafamidisAmyloid-Ablagerungen
  1. Das Transportprotein Transthyretin (TTR) liegt als Viererpack (Tetramer) vor; zerfällt es in Einzelteile, können diese sich zu Amyloid-Ablagerungen in Geweben zusammensetzen.
  2. Tafamidis ist ein selektiver Stabilisator von TTR.
  3. Tafamidis bindet an den Thyroxin-Bindungsstellen des TTR, stabilisiert so das Tetramer und verlangsamt die Spaltung in Monomere, den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt im amyloidogenen Prozess.
  4. Tafamidis bindet mit negativer Kooperativität an die beiden Thyroxin-Bindungsstellen der nativen tetrameren Form von Transthyretin und verhindert so die Aufspaltung in Monomere.
Wie Tafamidis wirkt

Zielstruktur: Transthyretin (TTR)

Tafamidis ist ein selektiver Stabilisator von TTR. Tafamidis bindet an den Thyroxin-Bindungsstellen des TTR, stabilisiert so das Tetramer und verlangsamt die Spaltung in Monomere, den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt im amyloidogenen Prozess.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Vyndaqel ist indiziert zur Behandlung der Transthyretin-Amyloidose bei erwachsenen Patienten mit symptomatischer Polyneuropathie im Stadium 1, um die Einschränkung der peripheren neurologischen Funktionsfähigkeit zu verzögern.
  • Vyndaqel ist indiziert zur Behandlung der Wildtyp- oder hereditären Transthyretin-Amyloidose bei erwachsenen Patienten mit Kardiomyopathie (ATTR-CM).
  • Vyndaqel ist indiziert zur Behandlung der Wildtyp-Transthyretin-Amyloidose bei erwachsenen Patienten mit Kardiomyopathie (ATTRwt-CM).

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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