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Plerixafor

Andere Immunstimulanzien, ATC-Code: L03AX16

Plerixafor, ein Bicyclamderivat, blockiert als selektiver, reversibler Antagonist des CXCR4-Chemokinrezeptors die Bindung seines kognaten Liganden SDF-1α (CXCL12) (ATC-Code: L03AX16). Im zentralen EU-Verfahren wird Mozobil in Kombination mit G-CSF zur Mobilisierung hämatopoetischer Stammzellen bei erwachsenen Patienten mit Lymphom oder multiplem Myelom sowie bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis unter 18 Jahren angewendet.

Plerixafor ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummer EU/1/09/537/001; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Sanofi B.V., Paasheuvelweg 25, 1105 BP Amsterdam, Niederlande; Datum der Erteilung der Zulassung: 31. Juli 2009, Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 11. April 2014); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Das Anhang-I-Dokument enthält einen einzigen SmPC-Block (Textbasis: Mozobil 20 mg/ml Injektionslösung). Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen; die beiden Bullet-Zweige des pädiatrischen Teils bleiben als eigene Zeilen erhalten (Aufzählungszeichen „-“ der Druckform). Die Schreibung „Durchstechflache“ in §2 und in den Abschnittshinweisen folgt der Druckform der Quelle. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterabschnitte Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation – Zwei-Form-Fall: beide Unterblöcke sind in dieser Fassung vorhanden – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für Plerixafor (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Bei der zitierten US-Stimme handelt es sich um das Wirkstoffnamen-Label ANDA211901 des Vertreibers Bryant Ranch Prepack (NDC 72162-2642-2) — eine Umverpackungs-/Vertriebsform ohne Mozobil-Wortmarke, nicht das US-Originalpräparat; Abgleichszweck war Wirkstoffidentität und Mechanismusrichtung (Präzedenzfamilie Umverpackungs-Stimmen alprazolam/ondansetron, F7-Klasse der Namensaufteilungs-Monographie). Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden der Unterblock Pharmakodynamische Wirkungen (Peakmobilisierung 6 bis 9 Stunden; Vergleich fixe 20-mg-Dosis versus 0,24 mg/kg mit Expositions- und Ansprechraten = dosisrelevante Studiendaten) sowie der US-Hinweis, dass die Langzeitrepopulation in caninen Transplantationsmodellen beobachtet wurde — die deutsche Fassung formuliert die Transplantationsfähigkeit ohne Modellzusatz. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Hämatopoetische Stammzellen sind in der Knochenmarknische wie an einer Vertäuung festgehalten: Der Rezeptor CXCR4 hält über seinen Lockstoff SDF-1α (CXCL12) den Kontakt zur Nische. Plerixafor kappt diese Vertäuung – es blockiert CXCR4 und löst so die Bindung an den Lockstoff, wodurch reife wie unreife Zellen in die Blutbahn übertreten. Die so mobilisierten CD34+-Zellen bleiben funktionsfähig und transplantierbar und können das Knochenmark langfristig wiederbesiedeln.

Einfach erklärt

Plerixafor ist ein Bicyclamderivat und ein selektiver reversibler Antagonist des CXCR4-Chemokinrezeptors und blockiert die Bindung seines kognaten Liganden, des Stromal Cell-derived Factor-1α (SDF-1α), auch bekannt als CXCL12.

Im Detail

Man geht davon aus, dass eine Plerixafor-induzierte Leukozytose und Erhöhungen der Spiegel von zirkulierenden hämatopoetischen Progenitorzellen aus einer Trennung der CXCR4-Bindung an seinen kognaten Liganden hervorgehen, was zum Auftreten von reifen und von pluripotenten Zellen im systemischen Kreislauf führt. CD34+-Zellen, die durch Plerixafor mobilisiert werden, sind funktional und transplantationsfähig mit Potenzial zur Langzeitrepopulation.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Plerixafor löst die Vertäuung der Stammzellen in der Knochenmarknische

CXCR4-ChemokinrezeptorPlerixaforCD34+-Zellen
  1. Hämatopoetische Stammzellen sind in der Knochenmarknische wie an einer Vertäuung festgehalten: Der Rezeptor CXCR4 hält den Kontakt zu seinem Lockstoff SDF-1α.
  2. Plerixafor ist ein Bicyclamderivat und ein selektiver reversibler Antagonist des CXCR4-Chemokinrezeptors und blockiert die Bindung seines kognaten Liganden, des Stromal Cell-derived Factor-1α (SDF-1α), auch bekannt als CXCL12.
  3. Man geht davon aus, dass eine Plerixafor-induzierte Leukozytose und Erhöhungen der Spiegel von zirkulierenden hämatopoetischen Progenitorzellen aus einer Trennung der CXCR4-Bindung an seinen kognaten Liganden hervorgehen, was zum Auftreten von reifen und von pluripotenten Zellen im systemischen Kreislauf führt.
  4. CD34+-Zellen, die durch Plerixafor mobilisiert werden, sind funktional und transplantationsfähig mit Potenzial zur Langzeitrepopulation.
Wie Plerixafor wirkt

Zielstruktur: CXCR4-Chemokinrezeptor

Plerixafor ist ein Bicyclamderivat und ein selektiver reversibler Antagonist des CXCR4-Chemokinrezeptors und blockiert die Bindung seines kognaten Liganden, des Stromal Cell-derived Factor-1α (SDF-1α), auch bekannt als CXCL12.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Erwachsene Patienten
  • Mozobil ist indiziert, in Kombination mit Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (Granulocyte-Colony Stimulating Factor, G-CSF), die Mobilisierung von hämatopoetischen Stammzellen in das periphere Blut zur Entnahme und anschließenden autologen Transplantation bei erwachsenen Patienten mit Lymphom oder multiplem Myelom zu verbessern, die nicht ausreichend Stammzellen mobilisieren (siehe Abschnitt 4.2).
  • Pädiatrische Patienten (im Alter von 1 bis unter 18 Jahren)
  • Mozobil ist indiziert, in Kombination mit G-CSF, die Mobilisierung von hämatopoetischen Stammzellen in das periphere Blut zur Entnahme und anschließenden autologen Transplantation bei Kindern mit Lymphom oder soliden malignen Tumoren zu verbessern, entweder:
  • - präventiv, wenn davon auszugehen ist, dass nach adäquater Mobilisierung mit G-CSF (mit oder ohne Chemotherapie) hinsichtlich der gewünschten Ausbeute an hämatopoetischen Stammzellen die Anzahl zirkulierender Stammzellen am prognostizierten Tag der Entnahme nicht ausreichen wird, oder
  • - wenn bereits zuvor nicht ausreichend hämatopoetische Stammzellen entnommen werden konnten (siehe Abschnitt 4.2).

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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