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Laronidase

Enzyme, ATC-Code: A16AB05

Laronidase ist eine rekombinante Form der humanen α-L-Iduronidase, einer lysosomalen Hydrolase (ATC-Code: A16AB05). Im zentralen EU-Verfahren wird Aldurazyme zur Langzeit-Enzymersatztherapie bei Patienten mit Mukopolysaccharidose I (MPS I) angewendet, um die nicht-neurologischen Manifestationen der Erkrankung zu behandeln.

Laronidase ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/03/253/001-003; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Sanofi B.V., Paasheuvelweg 25, 1105 BP Amsterdam, Niederlande; Datum der Erteilung der Zulassung: 10. Juni 2003, Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 10. Juni 2008); die zitierte deutsche Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) betrifft das Handelspräparat Aldurazyme – die Ursprungszulassung des Wirkstoffs im zentralen Verfahren. Die zitierte Anhang-Fassung enthält nur diesen einen SmPC-Block. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 entnommen; die Seite beschreibt den Wirkstoff Laronidase am Beispiel der zitierten Zulassung, nicht alle Laronidase-haltigen Arzneimittel der EU. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen. Die §2-Zusammensetzungszeile führt die Aktivitätseinheit ein: „1 ml enthält 100 E (ca. 0,58 mg) Laronidase.“

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation – diese Fassung führt keinen Unterblock „Pharmakodynamische Wirkungen“ (Ein-Form-Fall wie de/pregabalin und de/ustekinumab) – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für ALDURAZYME (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt – sein Labeler ist Genzyme Corporation (US-Labeler-Ebene derselben Konzernkette), die EU-Zulassung steht nach §7 auf Sanofi B.V.; die Seite folgt dem §7-Wortlaut (Präzedenzfall de/edoxaban) – und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden der Unterblock „Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“ (die drei Aldurazyme-Studien und deren Endpunkte), der Satz zur Definition der Aktivitätseinheit aus Abschnitt 2 (Qualitätsgrundlage, nicht Wirkmechanismus) und die strukturellen Angaben zur Produktion in CHO-Säugetier-Zellkulturen; die Umbruchstelle „α-L-Iduronidase-Aktivität“ (Worttrenner der Druckform) erscheint im Textextrakt getrennt; die Seite gibt die Druckform wieder. US-Formulierungen ohne deutsches Gegenstück – etwa die EPC-Einordnung „Hydrolytic Lysosomal Glycosaminoglycan-specific Enzyme“ – wurden nicht übernommen. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Bei MPS I fehlt ein Enzym in den „Recyclingstationen“ der Zellen, den Lysosomen. Dadurch stauen sich zuckerartige Bausteine (Dermatansulfat und Heparansulfat) in vielen Geweben an und richten mit der Zeit Schaden an. Laronidase ist eine im Labor hergestellte Kopie genau dieses fehlenden Enzyms: Nach der Infusion wird es rasch aus dem Blut in die Zellen aufgenommen – ein Mannose-6-Phosphat-Marker dient dabei als „Adressaufkleber“ zu den Lysosomen – und baut dort die angestauten Bausteine ab.

Einfach erklärt

Mukopolysaccharid-Speicherkrankheiten werden durch den Mangel an spezifischen lysosomalen Enzymen ausgelöst, die für den Katabolismus von Glykosaminoglykanen (GAG) benötigt werden. Die Begründung für die Enzymersatztherapie liegt in einer für die Hydrolyse des akkumulierten Substrats und die Verhinderung einer weiteren Akkumulation ausreichenden Wiederherstellung der Enzymaktivität. Nach intravenöser Infusion wird Laronidase rasch aus dem Kreislauf entfernt und von Zellen in die Lysosomen aufgenommen, am wahrscheinlichsten über Mannose-6-Phosphat-Rezeptoren.

Im Detail

Gereinigte Laronidase ist ein Glykoprotein mit einem Molekulargewicht von ca. 83 kDa. Nach Abtrennung des N-Terminus besteht Laronidase aus 628 Aminosäuren. Das Molekül enthält 6 Modifikationsstellen für N-glykosidische Oligosaccharidverknüpfungen.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Laronidase wird von den Zellen aufgenommen

α-L-IduronidaseLaronidaseKatabolismus von Glykosaminoglykanen
  1. Mukopolysaccharid-Speicherkrankheiten werden durch den Mangel an spezifischen lysosomalen Enzymen ausgelöst, die für den Katabolismus von Glykosaminoglykanen (GAG) benötigt werden.
  2. Gereinigte Laronidase ist ein Glykoprotein mit einem Molekulargewicht von ca. 83 kDa.
  3. Die Begründung für die Enzymersatztherapie liegt in einer für die Hydrolyse des akkumulierten Substrats und die Verhinderung einer weiteren Akkumulation ausreichenden Wiederherstellung der Enzymaktivität.
  4. Nach intravenöser Infusion wird Laronidase rasch aus dem Kreislauf entfernt und von Zellen in die Lysosomen aufgenommen, am wahrscheinlichsten über Mannose-6-Phosphat-Rezeptoren.
Wie Laronidase wirkt

Zielstruktur: α-L-Iduronidase

MPS I ist eine heterogene und multisystemische Störung, die durch den Mangel an α-L-Iduronidase gekennzeichnet ist, einer lysosomalen Hydrolase, die die Hydrolyse terminaler α-L-Iduronatreste von Dermatansulfat und Heparansulfat katalysiert.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Aldurazyme ist zur Langzeit-Enzymersatztherapie bei Patienten mit gesicherter Diagnose einer Mukopolysaccharidose I (MPS I, α-L-Iduronidase-Mangel) indiziert, um die nicht-neurologischen Manifestationen der Erkrankung zu behandeln (siehe Abschnitt 5.1).

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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