Aflibercept
Aflibercept ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das als löslicher Köderrezeptor VEGF-A und PlGF bindet (ATC-Code: S01LA05). Im zentralen EU-Verfahren wird es bei Erwachsenen zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration und von Visusbeeinträchtigungen durch retinalen Venenverschluss, diabetisches Makulaödem oder myope choroidale Neovaskularisation sowie bei Frühgeborenen zur Behandlung der Frühgeborenen-Retinopathie angewendet.
Aflibercept ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/12/797/001–004; Inhaber der Zulassung: Bayer AG); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: Eylea 40 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze als umfangreichster Block; der Durchstechflaschen-Block führt den Erwachsenen-Wortlaut ohne das pädiatrische Anwendungsgebiet, der Block Eylea 114,3 mg/ml führt abgestufte Teilgebiete – dort mit der Schreibweise „nAMD“ und zusätzlich „Hemi-Zentralvenenverschluss [HZVV]“, dafür ohne die myope choroidale Neovaskularisation). Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich im Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften, Unterabschnitte Wirkmechanismus / Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für YESAFILI (openFDA) und den DailyMed-Label für EYLEA (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; beide betreffen US-Produkte und treffen keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden der Herstellungssatz (CHO-Zellen), die deutschen Sätze zu Synergieeffekten zwischen PlGF und VEGF-A und zur Förderung der Leukozyteninfiltration durch PlGF (ohne deckungsgleiches US-Gegenstück), ferner die Studiendaten des Unterabschnitts Pharmakodynamische Wirkungen (VIEW1/VIEW2/ALTAIR, Netzhautdicke, Läsionsgrößen), weil die Seite keine Studienergebnisse wiedergibt. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
Wachstumsfaktor-Signale von VEGF-A und PlGF laufen über die Rezeptoren VEGFR-1 und VEGFR-2 auf Endothelzellen und können dort Neovaskularisation und erhöhte Gefäßdurchlässigkeit antreiben. Aflibercept ist ein löslicher Köderrezeptor aus Fragmenten eben dieser Rezeptoren: Er fängt VEGF-A und PlGF mit höherer Affinität als deren natürliche Rezeptoren ab, sodass diese die Rezeptoren nicht mehr binden und aktivieren können.
Einfach erklärt
Aflibercept ist ein rekombinantes Fusionsprotein, bei dem Fragmente der extrazellulären Domänen der humanen VEGF-Rezeptoren 1 und 2 mit dem Fc-Fragment des humanen IgG1 fusioniert wurden. Aflibercept wirkt als löslicher Köderrezeptor, der VEGF-A und PlGF mit höherer Affinität als deren natürliche Rezeptoren bindet und so die Bindung und Aktivierung dieser artverwandten VEGF-Rezeptoren hemmt.
Im Detail
Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor A (VEGF-A) und der Plazenta-Wachstumsfaktor (PlGF) gehören zur VEGF-Familie der angiogenen Faktoren, die an den Endothelzellen als starke mitogene und chemotaktische Faktoren und als vaskuläre Permeabilitätsfaktoren wirken können. VEGF bindet an die beiden Rezeptor-Tyrosinkinasen VEGFR-1 und VEGFR-2, die sich an der Oberfläche von Endothelzellen befinden. PlGF bindet nur an VEGFR-1, welches auch auf der Oberfläche von Leukozyten zu finden ist. Eine zu starke Aktivierung dieser Rezeptoren durch VEGF-A kann zu pathologischer Neovaskularisation und erhöhter vaskulärer Permeabilität führen.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Ein löslicher Köderrezeptor mit höherer Affinität
- VEGF bindet an die beiden Rezeptor-Tyrosinkinasen VEGFR-1 und VEGFR-2, die sich an der Oberfläche von Endothelzellen befinden.
- Aflibercept ist ein rekombinantes Fusionsprotein, bei dem Fragmente der extrazellulären Domänen der humanen VEGF-Rezeptoren 1 und 2 mit dem Fc-Fragment des humanen IgG1 fusioniert wurden.
- Aflibercept wirkt als löslicher Köderrezeptor, der VEGF-A und PlGF mit höherer Affinität als deren natürliche Rezeptoren bindet und so die Bindung und Aktivierung dieser artverwandten VEGF-Rezeptoren hemmt.
- PlGF bindet nur an VEGFR-1, welches auch auf der Oberfläche von Leukozyten zu finden ist.
Zielstruktur: VEGF-A und PlGF
Aflibercept wirkt als löslicher Köderrezeptor, der VEGF-A und PlGF mit höherer Affinität als deren natürliche Rezeptoren bindet und so die Bindung und Aktivierung dieser artverwandten VEGF-Rezeptoren hemmt.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Eylea wird angewendet bei Erwachsenen zur Behandlung
- der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) (siehe Abschnitt 5.1),
- einer Visusbeeinträchtigung aufgrund eines Makulaödems infolge eines retinalen Venenverschlusses (RVV) (Venenastverschluss [VAV] oder Zentralvenenverschluss [ZVV]) (siehe Abschnitt 5.1),
- einer Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems (DMÖ) (siehe Abschnitt 5.1),
- einer Visusbeeinträchtigung aufgrund einer myopen choroidalen Neovaskularisation (mCNV) (siehe Abschnitt 5.1).
- Eylea wird angewendet bei Frühgeborenen zur Behandlung
- einer Frühgeborenen-Retinopathie (retinopathy of prematurity; ROP) in Zone I (Stadium 1+, 2+, 3 oder 3+), Zone II (Stadium 2+ oder 3+) oder einer AP-ROP (aggressiven posterioren Frühgeborenen-Retinopathie).
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- US-FDA-Label (openFDA) : YESAFILI (aflibercept), section 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
- DailyMed-Label (SPL) : EYLEA (aflibercept), section 12.1 Mechanism of Action
U.S. National Library of Medicine
- S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom - AWMF 021-007, 2026
AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
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