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Tofersen

Andere Mittel für das Nervensystem, ATC-Code: N07XX22

Tofersen ist ein Antisense-Oligonukleotid, das komplementär zu einem Teil der 3′ untranslatierten Region (3′UTR) der mRNA für das humane SOD1 ist und durch Watson-Crick-Basenpaarung (Hybridisierung) an die mRNA bindet (ATC-Code: N07XX22). Im zentralen EU-Verfahren wird Qalsody zur Behandlung von Erwachsenen mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) angewendet, die mit einer Mutation im Superoxid-Dismutase 1 (SOD1)-Gen assoziiert ist.

Tofersen ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummer EU/1/23/1783/001; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Biogen Netherlands B.V., Prins Mauritslaan 13, 1171 LP Badhoevedorp, Niederlande; Datum der Erteilung der Zulassung laut §9: 29. Mai 2024); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Das Anhang-I-Dokument enthält einen einzigen SmPC-Block (Textbasis: Qalsody 100 mg Injektionslösung, 15-ml-Durchstechflasche). Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen. Die Druckform der Quelle setzt „3′ untranslatierten“ mit Leerzeichen nach dem Prime-Zeichen; die Seite folgt der Druckform.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterabschnitte Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation – Zwei-Form-Fall: beide Unterblöcke sind in dieser Fassung vorhanden – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für QALSODY (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden der Einleitungssatz des Abschnitts 5.1 mit epidemiologischen Zahlen (autosomal-dominante Erkrankung, etwa 2 % der ALS-Population, über 200 identifizierte Mutationen, mediane Erkrankungsdauer etwa 2,3 Jahre), der katalytische Kontekstsatz zur Cu/Zn-Superoxid-Dismutase (deren Superoxid-Formel im Textextrakt als dreizeilige Hochstellung zerfällt) sowie der gesamte Unterblock Pharmakodynamische Wirkungen (SOD1-Menge im Liquor −35 %, Plasma-NfL −55 %, Studie 101 Teil C/VALOR, Studie 102, Abbildung 1). Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Bei SOD1-ALS liefert eine fehlerhafte Bauanleitung dauerhaft den Plan für ein giftiges Protein. Tofersen greift nicht beim fertigen Protein an, sondern bei der Bauanleitung selbst: Es lagert sich passgenau an die Boten-RNA (mRNA) für SOD1 an, woraufhin das Enzym RNase H die so markierte Bauanleitung abbaut — weniger Boten-Bauanleitung bedeutet weniger giftiges SOD1-Protein.

Einfach erklärt

Tofersen ist ein Antisense-Oligonukleotid (ASO), das komplementär zu einem Teil der 3′ untranslatierten Region (3′UTR) der mRNA für das humane SOD1 ist und durch Watson-Crick-Basenpaarung (Hybridisierung) an die mRNA bindet.

Im Detail

Diese Hybridisierung von Tofersen an die komplementäre mRNA führt zu einem durch die RNase-H vermittelten Abbau der mRNA für SOD1, was die Menge der SOD1-Proteinsynthese reduziert. Bei Patienten mit SOD1-ALS führen Mutationen des SOD1-Gens zur Anreicherung einer toxischen Form des Proteins SOD1, was zur Schädigung von Axonen und Neurodegeneration führt.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Tofersen greift bei der Bauanleitung an, nicht beim fertigen Protein

mRNA für das humane SOD1Tofersengiftiges Protein
  1. Bei SOD1-ALS liefert eine fehlerhafte Bauanleitung dauerhaft den Plan für ein giftiges Protein.
  2. Tofersen ist ein Antisense-Oligonukleotid (ASO), das komplementär zu einem Teil der 3′ untranslatierten Region (3′UTR) der mRNA für das humane SOD1 ist und durch Watson-Crick-Basenpaarung (Hybridisierung) an die mRNA bindet.
  3. Diese Hybridisierung von Tofersen an die komplementäre mRNA führt zu einem durch die RNase-H vermittelten Abbau der mRNA für SOD1, was die Menge der SOD1-Proteinsynthese reduziert.
  4. Bei Patienten mit SOD1-ALS führen Mutationen des SOD1-Gens zur Anreicherung einer toxischen Form des Proteins SOD1, was zur Schädigung von Axonen und Neurodegeneration führt.
Wie Tofersen wirkt

Zielstruktur: mRNA für das humane SOD1

Tofersen ist ein Antisense-Oligonukleotid (ASO), das komplementär zu einem Teil der 3′ untranslatierten Region (3′UTR) der mRNA für das humane SOD1 ist und durch Watson-Crick-Basenpaarung (Hybridisierung) an die mRNA bindet.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Qalsody wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit amyotropher Lateralsklerose (ALS), die mit einer Mutation im Superoxid-Dismutase 1 (SOD1)-Gen assoziiert ist.

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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