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Dimethylfumarat

Immunsuppressiva, andere Immunsuppressiva, ATC-Code: L04AX07

Dimethylfumarat ist ein Immunsuppressivum, dessen pharmakodynamische Reaktionen anscheinend primär durch die Aktivierung des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Transkriptionswegs vermittelt werden (ATC-Code: L04AX07). Im zentralen EU-Verfahren wird Tecfidera zur Behandlung von erwachsenen Patienten sowie Kindern und Jugendlichen ab 13 Jahren mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) angewendet.

Dimethylfumarat ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummern EU/1/13/837/001 bis EU/1/13/837/003; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Biogen Netherlands B.V., Prins Mauritslaan 13, 1171 LP Badhoevedorp, Niederlande; Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Januar 2014, Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. September 2023); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Das Anhang-I-Dokument enthält einen gemeinsamen SmPC-Block für beide Wirkstärken (120 mg und 240 mg magensaftresistente Hartkapseln); der Zentralregister-Auszug der Entdeckungswelle führt dieselbe Substanz zusätzlich als Lizenzausgabe unter anderem Namen und in mehreren Generika-Zeilen — diese Zweitformen wurden zugunsten der Originalzulassung ausgeschlossen (bmap2-Registerzeile). Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterabschnitte Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation – Zwei-Form-Fall: beide Unterblöcke sind in dieser Fassung vorhanden – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für Dimethyl Fumarat (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Bei der zitierten US-Stimme handelt es sich um das Wirkstoffnamen-Label ANDA210385 (Labeler Golden State Medical Supply, Inc.) — eine Generika-Monographie derselben Substanzfamilie, nicht das Tecfidera-Originalpräparat; Abgleichszweck war Wirkstoffidentität und Mechanismusrichtung (Präzedenzfamilie der Namensaufteilungs-Monographien, F7-Klasse). Die Familien-Formdifferenz ist auf beiden Seiten belegt: Die deutsche Fassung schreibt „Dimethylfumarat und Monomethylfumarat, der Hauptmetabolit von Dimethylfumarat“ (zusammengeschriebene deutsche Form, Metaboliten-Familie), das US-Label „dimethyl fumarate (DMF)“ und „monomethyl fumarate (MMF)“ — die Seite folgt durchgehend der deutschen Druckform. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden der US-Satz, dass MMF „a nicotinic acid receptor agonist“ in vitro sei (deutsches Gegenstück fehlt), sowie die gesamten PD-Zahlenblöcke (Lymphozyten-Abnahme um ungefähr 30 %, LLN-Erholungsanteile, Abbildung 1 und Tabellen 1 bis 3 — dort zerfällt die Hochstellung 10^9/l im Extrakt als „109 /l“). Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Multiple Sklerose geht mit oxidativem Stress und überschießender Entzündung einher. Dimethylfumarat wirkt dabei nicht als Einzelmolekül, sondern als Familie: Im Körper wird es rasch in seinen Hauptmetaboliten Monomethylfumarat umgewandelt, und beide zusammen schalten in den Zellen ein körpereigenes Schutzprogramm ein, den sogenannten Nrf2-Weg. Das wirkt wie ein hochgefahrener Zellschutzschild: Die Zellen bilden vermehrt abwehrende Enzyme, und entzündungsfördernde Immunzellen werden gedämpft.

Einfach erklärt

Der Mechanismus, durch den Dimethylfumarat die therapeutischen Wirkungen bei Multipler Sklerose ausübt, ist nicht vollständig bekannt. Präklinische Studien weisen darauf hin, dass pharmakodynamische Dimethylfumarat-Reaktionen anscheinend primär durch die Aktivierung des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Transkriptionswegs vermittelt werden.

Im Detail

Es wurde nachgewiesen, dass Dimethylfumarat Nrf2-abhängige antioxidative Gene bei Patienten hochreguliert (z. B. NAD(P)H-Dehydrogenase, Quinon 1; [NQO1]). Dimethylfumarat und Monomethylfumarat, der Hauptmetabolit von Dimethylfumarat, reduzierten in präklinischen Modellen signifikant die Immunzellaktivierung und die nachfolgende Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen als Reaktion auf Entzündungsstimuli.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Dimethylfumarat aktiviert ein zelluläres Schutzprogramm

Nrf2-TranskriptionswegDimethylfumaratImmunzellaktivierung
  1. Präklinische Studien weisen darauf hin, dass pharmakodynamische Dimethylfumarat-Reaktionen anscheinend primär durch die Aktivierung des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Transkriptionswegs vermittelt werden.
  2. Es wurde nachgewiesen, dass Dimethylfumarat Nrf2-abhängige antioxidative Gene bei Patienten hochreguliert (z. B. NAD(P)H-Dehydrogenase, Quinon 1; [NQO1]).
  3. Dimethylfumarat und Monomethylfumarat, der Hauptmetabolit von Dimethylfumarat, reduzierten in präklinischen Modellen signifikant die Immunzellaktivierung und die nachfolgende Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen als Reaktion auf Entzündungsstimuli.
  4. Der Mechanismus, durch den Dimethylfumarat die therapeutischen Wirkungen bei Multipler Sklerose ausübt, ist nicht vollständig bekannt.
Wie Dimethylfumarat wirkt

Zielstruktur: Nrf2-Transkriptionsweg

Präklinische Studien weisen darauf hin, dass pharmakodynamische Dimethylfumarat-Reaktionen anscheinend primär durch die Aktivierung des Nuclear factor (erythroid-derived 2)-like 2 (Nrf2)-Transkriptionswegs vermittelt werden.

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Tecfidera wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten sowie Kindern und Jugendlichen ab 13 Jahren mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) angewendet.

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

  1. S2e-Leitlinie Multiple Sklerose - AWMF 030-050, 2022

    AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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