Gilteritinib
Gilteritinib (als Fumarat) ist ein FLT3- und AXL-Inhibitor aus der Gruppe der Proteinkinase-Inhibitoren (ATC-Code: L01EX13). Im zentralen EU-Verfahren wird es als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie mit einer FLT3-Mutation angewendet.
Gilteritinib ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummer EU/1/19/1399/001; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Astellas Pharma Europe B.V., Sylviusweg 62, 2333 BE Leiden, Niederlande); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen (Textbasis: SmPC-Block für Xospata 40 mg Filmtabletten; die zitierte Anhang-Fassung enthält nur diesen einen SmPC-Block). §10 der zitierten Fassung trägt als Stand-Angabe nur die Platzhalterform „MM.JJJJ“; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus und Pharmakodynamische Wirkungen) der deutschen EMA-Dokumentation und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für XOSPATA (12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen; die Namensergänzung entspricht der Auflösung „FMS-like tyrosine kinase 3“ in 12.1 des US-Labels (deutscher Text verwendet nur die Abkürzung FLT3). Nicht übernommen wurden der Unterblock „Verlängerung des QT-Intervalls“ in 5.1 (Sicherheitspharmakologie mit Dosierungsbezug), der Unterblock „Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“ (ADMIRAL-, CHRYSALIS-Studiendaten) sowie die US-only-Formulierungen „small molecule“, „multiple receptor tyrosine kinases“ und „tyrosine kinase domain mutations (TKD)“ in 12.1 und die QTc-Angaben in 12.2. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
Bei dieser Form der akuten myeloischen Leukämie trägt ein Wachstums-Schalter auf der Oberfläche der Leukämiezellen – der FLT3-Rezeptor – eine Mutation (FLT3-ITD, FLT3-D835Y oder FLT3-ITD-D835Y), die ihn dauerhaft aktiv hält und die Zellen unkontrolliert wachsen lässt. Gilteritinib blockiert diesen Schalter: Es hemmt die FLT3- und AXL-Signalwege, bremst die Vermehrung und treibt FLT3-ITD-tragende Leukämiezellen in den programmierten Zelltod. Dass die Blockade wirkt, lässt sich beim Menschen direkt messen – die Aktivierung (Phosphorylierung) von FLT3 sinkt rasch um mehr als 90 %.
Einfach erklärt
Gilteritinibfumarat ist ein FLT3- und AXL-Inhibitor. Gilteritinib inhibiert die Signalwege des FLT3-Rezeptors und die Proliferation in den Zellen, die FLT3-Mutationen exogen exprimieren, einschließlich FLT3-ITD, FLT3-D835Y und FLT3-ITD-D835Y, und es induziert eine Apoptose bei leukämischen Zellen, die FLT3-ITD exprimieren.
Im Detail
Wie mittels eines ex vivo-Assay zur Hemmwirkung im Plasma (PIA) nachgewiesen wurde, kam es bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer AML, die 120 mg Gilteritinib erhielten, schnell (innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Gabe) und anhaltend zu einer wesentlichen (>90 %) Hemmung der Phosphorylierung von FLT3.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Wie Gilteritinib den Wachstums-Signalgeber abstellt
- Gilteritinibfumarat ist ein FLT3- und AXL-Inhibitor.
- Angegriffen wird ein Wachstums-Signalgeber an der Zelloberfläche leukämischer Zellen.
- Trägt er die Mutationen FLT3-ITD oder FLT3-D835Y, hemmt der Wirkstoff die Signalwege und die Zellvermehrung.
- Beim Menschen sinkt die Phosphorylierung von FLT3 wesentlich — um mehr als 90 %.
Zielstruktur: FLT3 (FMS-like-Tyrosin-Kinase-3)
Gilteritinib inhibiert die Signalwege des FLT3-Rezeptors und die Proliferation in den Zellen, die FLT3-Mutationen exogen exprimieren, einschließlich FLT3-ITD, FLT3-D835Y und FLT3-ITD-D835Y, und es induziert eine Apoptose bei leukämischen Zellen, die FLT3-ITD exprimieren.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Xospata ist angezeigt als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer FLT3-Mutation (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- Xospata – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Anhang I, deutsche Fassung)
Astellas Pharma Europe B.V.
- XOSPATA (gilteritinib) – US-FDA-Arzneimittelinformation (openFDA-Label), 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
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