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Cerliponase alfa

Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel, Enzyme, ATC-Code: A16AB17

Cerliponase alfa ist eine rekombinante Form der humanen Tripeptidyl-Peptidase-1 (rhTPP1) und ein im Lysosom aktiviertes proteolytisches inaktives Proenzym (Zymogen) (ATC-Code: A16AB17). Im zentralen EU-Verfahren wird Brineura zur Behandlung der neuronalen Ceroid-Lipofuszinose (NCL) Typ 2, auch als Tripeptidyl-Peptidase 1 (TPP1)-Mangel bezeichnet, angewendet.

Cerliponase alfa ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummer EU/1/17/1192/001; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: BioMarin International Limited, Shanbally, Ringaskiddy, County Cork, Irland; Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Mai 2017, Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. März 2022); die deutsche Fassung der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur veröffentlicht und ist die Grundlage dieser Seite. Das Anhang-I-Dokument enthält einen einzigen SmPC-Block (Textbasis: Brineura 150 mg Infusionslösung); die Anhang-III-Entwürfe beschreiben zusätzlich eine separate Spüllösung für die Applikationsvorrichtung. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 der zitierten deutschen SmPC entnommen. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen.

Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Unterabschnitt Wirkmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation – diese Fassung führt keinen Unterblock zu den pharmakodynamischen Wirkungen (Ein-Form-Fall wie de/pregabalin und de/ustekinumab; stattdessen folgt der Kurzblock „Immunogenität“) – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für Brineura (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen. Nicht übernommen wurden der Satz zum Glykosylierungsprofil („Das Glykosylierungsprofil von Cerliponase alfa ergibt eine konsistente zelluläre Aufnahme und lysosomales Targeting zur Aktivierung“) und der Immunogenitätsblock (ADA-Häufigkeit in Serum und Liquor, begrenzte Daten), weil der FDA-Label für beide Formulierungen keine Entsprechung in der Faktenrichtung liefert. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.

Wie es wirkt

Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.

Eine Analogie

Ein fehlendes zelleigenes Entsorgungsenzym wird als inaktive Vorstufe angeliefert und erst am Einsatzort scharfgeschaltet: Cerliponase alfa ist eine Laborkopie des Enzyms TPP1, das Betroffenen fehlt. Es wird über einen Mannose-6-phosphat-Rezeptor in die „Recyclingstationen“ der Zelle, die Lysosomen, eingeschleust und dort aktiv. Als funktionsfähiges Enzym zerlegt es die angestauten Eiweißreste, indem es jeweils kleine Dreier-Bausteine (Tripeptide) vom Ende der Zielproteine abspaltet.

Einfach erklärt

Cerliponase alfa ist eine rekombinante Form der humanen Tripeptidyl-Peptidase-1 (rhTPP1). Cerliponase alfa ist ein im Lysosom aktiviertes proteolytisches inaktives Proenzym (Zymogen).

Im Detail

Cerliponase alfa wird von den Zielzellen aufgenommen und über den Kationen-unabhängigen Mannose-6-phosphat-Rezeptor (CI-MPR, auch als M6P/IGF2-Rezeptor bekannt) in die Lysosome verlagert. Das aktivierte proteolytische Enzym (rhTPP1) spaltet Tripeptide ohne bekannte Substratspezifität vom N-Terminus des Zielproteins ab. Unzureichende TPP1-Spiegel verursachen NCL2, was zu Neurodegeneration, Verlust der neurologischen Funktion und Tod im Kindesalter führt.

Den Mechanismus in Bewegung sehen

Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.

Cerliponase alfa wird angeliefert und im Lysosom scharfgeschaltet

Tripeptidyl-Peptidase-1 (TPP1)Cerliponase alfaNeurodegeneration
  1. Unzureichende TPP1-Spiegel verursachen NCL2, was zu Neurodegeneration, Verlust der neurologischen Funktion und Tod im Kindesalter führt.
  2. Cerliponase alfa ist eine rekombinante Form der humanen Tripeptidyl-Peptidase-1 (rhTPP1).
  3. Cerliponase alfa wird von den Zielzellen aufgenommen und über den Kationen-unabhängigen Mannose-6-phosphat-Rezeptor (CI-MPR, auch als M6P/IGF2-Rezeptor bekannt) in die Lysosome verlagert.
  4. Das aktivierte proteolytische Enzym (rhTPP1) spaltet Tripeptide ohne bekannte Substratspezifität vom N-Terminus des Zielproteins ab.
Wie Cerliponase alfa wirkt

Zielstruktur: Tripeptidyl-Peptidase-1 (TPP1)

Cerliponase alfa ist eine rekombinante Form der humanen Tripeptidyl-Peptidase-1 (rhTPP1).

Zugelassene Anwendungsgebiete

Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.

Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union

EMA
  • Brineura wird angewendet zur Behandlung der neuronalen Ceroid-Lipofuszinose (NCL) Typ 2, auch als Tripeptidyl-Peptidase 1 (TPP1)-Mangel bezeichnet.

Offizielle Quellen

Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.

Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.

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