Lumasiran
Lumasiran (als Lumasiran-Natrium) ist eine doppelsträngige small interfering RNA (siRNA), die den Glykolat-Oxidase(GO)-Enzymspiegel senkt, indem sie die HAO1-mRNA in den Hepatozyten adressiert (ATC-Code: A16AX18). Im zentralen EU-Verfahren wird Oxlumo zur Behandlung der primären Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) in allen Altersgruppen angewendet.
Lumasiran ist in der EU im zentralen Verfahren zugelassen (Zulassungsnummer EU/1/20/1496/001; Inhaber der Zulassung nach §7 der zitierten deutschen Fassung: Alnylam Netherlands B.V., Antonio Vivaldistraat 150, 1083 HP Amsterdam, Niederlande; Datum der Erteilung der Zulassung: 19. November 2020, Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 04. August 2025); die zitierte deutsche Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC, Anhang I) betrifft das Handelspräparat Oxlumo – die Ursprungszulassung des Wirkstoffs im zentralen Verfahren. Die zitierte Anhang-Fassung enthält nur diesen einen SmPC-Block. Die Anwendungsgebiete sind wörtlich Abschnitt 4.1 entnommen; die Seite beschreibt den Wirkstoff Lumasiran am Beispiel der zitierten Zulassung, nicht alle Lumasiran-haltigen Arzneimittel der EU. Die Zeitangabe „Stand der Information“ ist in der zitierten Anhang-Fassung nicht ausgefüllt; deshalb wird auf dieser Seite kein Stand-Datum ausgewiesen. Die §2-Zusammensetzungszeile führt das Salz: „Jeder ml Lösung enthält Lumasiran-Natrium, entsprechend 189 mg Lumasiran.“
Die Aussagen zum Wirkmechanismus (mechanism simple/advanced) stehen wörtlich in Abschnitt 5.1 (Pharmakodynamische Eigenschaften; Wirkmechanismus) der deutschen EMA-Dokumentation – diese Fassung führt keinen Unterblock „Pharmakodynamische Wirkungen“ (Ein-Form-Fall wie de/pregabalin und de/ustekinumab) – und wurden gegen den US-amerikanischen FDA-Label für OXLUMO (12.1 Mechanism of Action) in der Faktenrichtung abgeglichen; der FDA-Label betrifft das US-Produkt und trifft keine Aussage über eine Zulassung in Deutschland oder der EU. Die Target-Angabe ist einzelbelegt und wörtlich Abschnitt 5.1 der EMA-Dokumentation entnommen; die Anführungsform „small interfering RNA“ in der Wirkmechanismus-Zeile ist die Druckform der Quelle und wird quellgetreu übernommen. Die Umbruchstelle „Messenger-Ribonukleinsäure“ (Worttrenner der Druckform) erscheint im Textextrakt getrennt; die Seite gibt die Druckform wieder. Nicht übernommen wurden der Unterblock „Immunogenität“ (ADA-quoten bei PH1-Patienten und gesunden Freiwilligen), die Unterblöcke „Klinische Wirksamkeit“ (ILLUMINATE-A/-B/-C) und der US-Satz, dass OXLUMO „not expected“ die körpereigene GO-Proteinmenge beeinflusse – die deutsche 5.1 liefert dafür keine Entsprechung. Dosierung, Gegenanzeigen, Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen vollständig in SmPC und Packungsbeilage. Diese Seite ist Information, kein medizinischer Rat.
Wie es wirkt
Erklärt, was das Medikament im Körper bewirkt – nicht Dosierung, Nebenwirkungen oder Sicherheit.
Eine Analogie
Bei PH1 bildet die Leber zu viel Oxalat. Lumasiran setzt eine Stufe vor dem eigentlichen Gendefekt an: Als siRNA baut es über RNA-Interferenz in den Leberzellen die Bauanleitung (HAO1-mRNA) für das Enzym Glykolat-Oxidase (GO) ab. Weniger GO bedeutet weniger Glyoxylat – den Baustoff für Oxalat –, sodass die Oxalatspiegel sinken. Weil GO dem defekten AGT-Enzym vorgeschaltet ist, wirkt Lumasiran unabhängig von der zugrundeliegenden Genmutation.
Einfach erklärt
Lumasiran ist eine doppelsträngige „small interfering RNA“ (siRNA), die den Glykolat-Oxidase (GO)-Enzymspiegel senkt, indem sie in den Hepatozyten mittels RNA-Interferenz auf die Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA) des (für Glykolat-Oxidase kodierenden) Gens Hydroxysäureoxidase 1 (HAO1) abzielt. Verringerte GO-Enzymwerte reduzieren die Menge an verfügbarem Glyoxylat, einem Substrat für die Bildung von Oxalat.
Im Detail
Dies führt zu einer Senkung der (erhöhten) Oxalatspiegel in Urin und Plasma, der eigentlichen Ursache für Krankheitsmanifestationen bei Patienten mit PH1. Da das GO-Enzym dem defizitären, PH1 verursachenden Alanin-Glyoxylat-Aminotransferase (AGT)-Enzym vorgeschaltet ist, ist der Wirkmechanismus von Lumasiran unabhängig von der zugrundeliegenden AGXT-Genmutation.
Den Mechanismus in Bewegung sehen
Schematische Animation des Mechanismus — zur Verständlichkeit vereinfacht, nicht maßstabsgetreu.
Lumasiran kappt die Wirkkette vor dem Defekt
- Da das GO-Enzym dem defizitären, PH1 verursachenden Alanin-Glyoxylat-Aminotransferase (AGT)-Enzym vorgeschaltet ist, ist der Wirkmechanismus von Lumasiran unabhängig von der zugrundeliegenden AGXT-Genmutation.
- Lumasiran ist eine doppelsträngige „small interfering RNA“ (siRNA), die den Glykolat-Oxidase (GO)-Enzymspiegel senkt, indem sie in den Hepatozyten mittels RNA-Interferenz auf die Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA) des (für Glykolat-Oxidase kodierenden) Gens Hydroxysäureoxidase 1 (HAO1) abzielt.
- Verringerte GO-Enzymwerte reduzieren die Menge an verfügbarem Glyoxylat, einem Substrat für die Bildung von Oxalat.
- Dies führt zu einer Senkung der (erhöhten) Oxalatspiegel in Urin und Plasma, der eigentlichen Ursache für Krankheitsmanifestationen bei Patienten mit PH1.
Zielstruktur: HAO1-mRNA (Hydroxysäureoxidase 1)
Lumasiran ist eine doppelsträngige „small interfering RNA“ (siRNA), die den Glykolat-Oxidase (GO)-Enzymspiegel senkt, indem sie in den Hepatozyten mittels RNA-Interferenz auf die Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA) des (für Glykolat-Oxidase kodierenden) Gens Hydroxysäureoxidase 1 (HAO1) abzielt.
Zugelassene Anwendungsgebiete
Zulassungen unterscheiden sich je nach Land und ändern sich im Zeitverlauf. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation.
Zugelassene Anwendungsgebiete in European Union
EMA- Oxlumo wird zur Behandlung der primären Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) in allen Altersgruppen angewendet.
Offizielle Quellen
Die Aussagen auf dieser Seite lassen sich auf diese Dokumente zurückführen.
- Oxlumo – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Anhang I, deutsche Fassung)
Alnylam Netherlands B.V.
- OXLUMO (lumasiran) – US-FDA-Arzneimittelinformation (openFDA-Label), 12.1 Mechanism of Action
U.S. Food and Drug Administration
Diese Seite erklärt, wie das Medikament im Körper wirkt – die Packungsbeilage ersetzt sie nicht. Für alles, was Sie konkret betrifft, gilt: Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke nachfragen.
MedUnfold bietet Bildungsinhalte und ersetzt keinen medizinischen Rat. Folgen Sie stets der aktuellen Fachinformation und Ihrer medizinischen Fachperson.